Funktionsprinzip im kontinuierlichen Durchfluss
Bei statischen Mischern wird das Material durch eine Mischstrecke mit feststehenden Einbauten geführt. Diese lenken, teilen und vereinigen den Stoffstrom wiederholt, sodass sich die Komponenten entlang des Strömungswegs vermischen. Da keine beweglichen Teile im Mischbereich vorhanden sind, entsteht die Mischwirkung ausschliesslich aus der Geometrie des Mischers und den Eigenschaften des Mediums. Entscheidend sind unter anderem die Anzahl und Form der Mischelemente sowie das Verhalten des Materials im Durchfluss.
Einsatzfelder in Kunststoffprozessen
Statische Mischer kommen dort zum Einsatz, wo flüssige, pastöse oder reaktive Komponenten inline gemischt werden müssen. Typische Anwendungen liegen in Mehrkomponenten-Systemen, bei Verguss- und Klebstoffanwendungen, in der Aufbereitung von Harzsystemen oder bei der Zugabe von Farb- und Zusatzstoffen in flüssigen Medien. Sie werden häufig direkt hinter Dosieraggregaten oder vor dem Austrag in den nächsten Prozessschritt integriert. Besonders geeignet sind sie für Prozesse, in denen ein gleichmässiger Mischzustand bei kontinuierlichem Materialfluss gefordert ist.
Bauformen und auslegungsrelevante Merkmale
Im industriellen Umfeld werden sowohl fest installierte Inline-Mischer als auch austauschbare Mischeinsätze verwendet. Die Auswahl hängt von der chemischen Verträglichkeit, der Viskosität, der Topfzeit des Materials, dem Reinigungsaufwand und der geforderten Standzeit ab. Ebenso relevant sind Anschlussart, Innendurchmesser, Mischlänge und der zulässige Druckverlust in der Leitung. Bei reaktiven oder schwer zu reinigenden Medien werden oft Lösungen bevorzugt, bei denen der Mischteil einfach ersetzt werden kann.
Abgrenzung zu dynamischen Mischern und Dosiertechnik
Im Unterschied zu dynamischen Mischern arbeiten statische Mischer ohne Antrieb, Welle oder rotierende Werkzeuge. Sie eignen sich deshalb vor allem für definierte Durchflussprozesse, während dynamische Mischer dann gewählt werden, wenn hohe Scherung, flexible Prozessführung oder das Aufmischen in einem Behälter erforderlich ist. Gegenüber Dosiergeräten, Dosiersystemen oder Dosier-Mischanlagen übernehmen statische Mischer nicht die exakte Förderung oder Mengenregelung, sondern den Mischvorgang nach der Dosierung. Zu Abfüllmaschinen und Abfüllwaagen stehen sie prozessseitig davor, wenn das Produkt vor dem Austrag homogen oder reaktiv fertig gemischt sein muss.