Wie dynamische Mischer im Kunststoffprozess arbeiten
Dynamische Mischer erzeugen die Vermischung durch mechanisch bewegte Elemente wie Wellen, Rotoren oder Mischorgane. Dadurch lassen sich Medien mit unterschiedlichen Fliess- und Reaktionseigenschaften gezielt zusammenführen. Je nach Auslegung kann der Fokus auf Homogenisieren, Dispergieren, Einmischen von Zusatzstoffen oder dem Verarbeiten von Mehrkomponenten-Systemen liegen. In der Kunststoffbranche betrifft das sowohl kontinuierliche als auch chargenweise Prozesse.
Typische Anwendungen bei Kunststoffen, Compounds und Reaktionssystemen
Eingesetzt werden dynamische Mischer unter anderem beim Einmischen von Farb- und Zusatzstoffen, beim Aufbereiten von Harzsystemen sowie bei mehrkomponentigen Medien mit begrenzter Verarbeitungszeit. Sie kommen dort in Betracht, wo eine gleichmässige Verteilung von Komponenten für die weitere Verarbeitung relevant ist, etwa vor dem Dosieren, Vergiessen, Beschichten oder Fördern in nachgelagerte Aggregate. Auch bei viskoseren oder sensibleren Medien werden dynamische Mischprinzipien genutzt, wenn passive Mischstrecken nicht ausreichen.
Bauformen und prozessbezogene Ausprägungen
Unter dynamischen Mischern fallen unterschiedliche Bauarten, von Inline-Mischern mit Antrieb bis zu prozessintegrierten Mischköpfen. Die Auswahl hängt unter anderem davon ab, ob niedrig- oder hochviskose Medien verarbeitet werden, ob kontinuierlich oder diskontinuierlich gemischt wird und ob zusätzlich eine Dispergier- oder Emulgierwirkung gefordert ist. Ebenfalls relevant sind Reinigbarkeit, Austragsverhalten, Materialverträglichkeit und die Abstimmung auf vorgelagerte Dosiersysteme. Nicht jede dynamische Mischaufgabe ist identisch mit einem klassischen Behältermischer; viele Systeme sind direkt in Förder- und Dosierlinien eingebunden.
Abgrenzung zu statischen Mischern und anderen Mischmaschinen
Innerhalb der Leistung "Dosieren und Mischen" unterscheiden sich dynamische Mischer vor allem durch den aktiven Antrieb. Statische Mischer arbeiten ohne bewegte Teile im Mischbereich und eignen sich vor allem für definierte Durchflussverhältnisse und reproduzierbare Medienzustände. Von Butterflymischern, Horizontalmischern, Schnellmischern oder Mehrwellenmischern grenzen sich dynamische Mischer dadurch ab, dass sie häufig als Inline- oder prozessnahe Mischsysteme für laufende Stoffströme ausgelegt sind und nicht primär als eigenständige Chargenmischer. Gegenüber Dosiersystemen oder gravimetrischen Mischsystemen liegt der Schwerpunkt zudem auf der eigentlichen Vermischung, nicht auf der mengenmässigen Aufgabe der Komponenten.