Funktionsprinzip beim Schleudern von glasfaserverstärktem Kunststoff
Beim Schleuderverfahren rotiert eine Form mit definierter Geschwindigkeit, während Harzsysteme und Glasverstärkungen in den Formraum eingebracht werden. Die Fliehkraft unterstützt die gleichmässige Verteilung des Materials und den schichtweisen Aufbau der Bauteilwand. Je nach Anlage erfolgt die Zuführung als abgestimmter Materialstrom oder in getrennten Prozessschritten. Entscheidend sind dabei die Abstimmung von Drehzahl, Materialmenge, Eintragsart und Aushärtungsverhalten.
Typische Einsatzbereiche für GFK-Schleuderprozesse
Eingesetzt werden diese Maschinen vor allem für hohle oder zylindrische GFK-Bauteile. Dazu zählen je nach Fertigungskonzept beispielsweise Rohre, Hülsen, Auskleidungen oder andere rotationssymmetrische Formteile. Das Verfahren eignet sich insbesondere dort, wo eine definierte Wandverteilung und eine reproduzierbare Innen- oder Aussenkontur gefordert sind. In der Kunststoffverarbeitung wird es vor allem für seriennahe oder wiederkehrende Geometrien genutzt.
Anlagenkonzepte und prozessrelevante Ausführungen
Schleudermaschinen für GFK unterscheiden sich unter anderem in der Ausrichtung der Form, im Grad der Automatisierung und in der Art der Materialzuführung. Möglich sind Anlagen mit integrierter Dosier- und Mischtechnik ebenso wie Systeme, die vorbereitete Materialien verarbeiten. Weitere Unterschiede betreffen die Steuerung der Rotation, den Formwechsel, die Beschickung sowie die Einbindung von Aushärte- oder Entformschritten. Welche Ausführung geeignet ist, hängt von Bauteilgeometrie, Harzsystem, Verstärkungsform und Losgrösse ab.
Abgrenzung zu Dosier-, Misch- und anderen Rotationsmaschinen
Innerhalb der Hierarchie unter Dosieren und Mischen nehmen Schleudermaschinen eine eigene Stellung ein, weil sie nicht nur Material aufbereiten, sondern das Bauteil direkt in der rotierenden Form erzeugen. Im Unterschied zu Dosiergeräten, Dosiersystemen oder gravimetrischen Mischsystemen endet der Prozess nicht bei der exakten Materialbereitstellung. Gegenüber Mischern wie Butterflymischern, Schnellmischern oder statischen Mischern steht hier die Formgebung des GFK-Teils im Vordergrund. Von Separiertrommeln oder Siebmaschinen unterscheiden sich Schleudermaschinen zudem klar, da sie nicht trennen oder klassieren, sondern gezielt laminieren und aufbauen.