Wie Lasercusing metallische Bauteile aufbaut
Ausgangspunkt ist ein digitales 3D-Modell, das in einzelne Schichten zerlegt wird. Im Bauraum wird eine dünne Lage Metallpulver aufgetragen, danach schmilzt der Laser die vorgesehenen Bereiche gezielt auf. Dieser Ablauf wiederholt sich Schicht für Schicht, bis das Bauteil vollständig aufgebaut ist. Je nach Geometrie entstehen dabei auch Stützstrukturen, die nach dem Bauprozess entfernt werden.
Typische Anwendungen für komplexe Metallgeometrien
Lasercusing wird eingesetzt, wenn Bauteile innenliegende Strukturen, leichte Gitter, Hinterschneidungen oder kombinierte Funktionen aufweisen sollen. Typische Einsatzfelder sind Prototypen, Einzelteile, Kleinserien sowie werkzeug- und formgebende Komponenten mit anspruchsvoller Geometrie. Auch dann, wenn mehrere konventionell gefertigte Teile zu einem einzigen Bauteil zusammengeführt werden sollen, ist das Verfahren technisch naheliegend.
Werkstoffe und übliche Nachbearbeitung
Verarbeitet werden je nach Anlage und Anforderung unterschiedliche metallische Pulver, etwa Stähle oder weitere technische Legierungen. Nach dem Aufbau folgen oft zusätzliche Arbeitsschritte wie Entpulvern, Entfernen von Stützstrukturen, Wärmebehandlung sowie mechanische Nachbearbeitung an Funktionsflächen. Oberflächenqualität, Masshaltigkeit und Bauteileigenschaften hängen nicht nur vom Aufbauprozess, sondern auch von dieser Nachbearbeitung ab.
Abgrenzung zu Drahterodieren, Senkerodieren und Laserabtragen
Im Unterschied zu elektroerosiven Verfahren wie Drahterodieren, Bohrerodieren oder Senkerodieren wird beim Lasercusing kein vorhandenes Werkstück durch elektrische Entladungen abgetragen. Stattdessen entsteht das Bauteil additiv aus Metallpulver. Gegenüber Leistungen wie Laserabtragen oder Lasertexturierung geht es ebenfalls nicht um die Bearbeitung einer bestehenden Oberfläche, sondern um den vollständigen Aufbau eines neuen Werkstücks. Innerhalb dieser Hierarchie steht Lasercusing damit nahe bei hochpräzisen Spezialverfahren, unterscheidet sich fachlich jedoch klar durch seinen additiven Charakter.