Wie beim Chromatieren eine Konversionsschicht entsteht
Beim Chromatieren wird kein zusätzlicher metallischer Überzug abgeschieden. Die Schicht bildet sich direkt aus der Reaktion zwischen dem Grundwerkstoff und der chemischen Behandlung. Dadurch entstehen sehr dünne Oberflächenschichten, die den Werkstoff gegen Korrosion stabilisieren oder als definierter Haftgrund für weitere Beschichtungen dienen können. Schichtaufbau, Farbe und Funktion hängen vom eingesetzten Verfahren und vom zu behandelnden Metall ab.
Typische Werkstoffe und Einsatzkontexte
Das Verfahren wird bei geeigneten Metallen und Legierungen eingesetzt, insbesondere dort, wo Oberflächenschutz ohne nennenswerte Massänderung verlangt ist. Typische Anwendungsfälle sind Bauteile aus Aluminium, Zink oder verwandten Werkstoffen, die später lackiert, montiert oder elektrisch kontaktiert werden. Chromatierte Oberflächen finden sich deshalb unter anderem bei Gehäusen, Verbindungsteilen, Blechteilen und technischen Komponenten mit erhöhten Anforderungen an Korrosionsverhalten und Weiterverarbeitung.
Prozessvarianten und funktionale Ausprägungen
Chromatieren kann je nach Vorgabe auf unterschiedliche Schichtfunktionen ausgerichtet werden. In der Praxis geht es häufig um den Ausgleich zwischen Korrosionsschutz, Haftgrund für organische Beschichtungen und Erhalt bestimmter Leit- oder Kontaktflächen. Verbreitet sind Verfahren mit unterschiedlichen chemischen Systemen und Schichtcharakteristiken, darunter auch Varianten mit reduzierten Anforderungen an kritische Inhaltsstoffe. Welche Ausführung geeignet ist, richtet sich nach Werkstoff, Einsatzumgebung und den Folgeschritten in der Fertigung.
Abgrenzung zu Chrompassivieren, Phosphatieren und galvanischen Verfahren
Innerhalb der chemischen Oberflächenbehandlungen ist Chromatieren von anderen Verfahren klar zu trennen. Im Unterschied zum Phosphatieren entstehen keine Phosphatschichten, und im Unterschied zu galvanischen Prozessen wie partiellem Galvanisieren, chemischem Vernickeln oder chemischem Verkupfern wird kein metallischer Überzug aufgebracht. Gegenüber chromfreier Passivierung ist die chemische Basis eine andere. Zum Begriff Chrompassivieren besteht in der Praxis eine gewisse Überschneidung; häufig ist damit jedoch eher die passivierende Nachbehandlung bereits beschichteter Oberflächen gemeint, während Chromatieren allgemeiner für chromhaltige Konversionsschichten verwendet wird.