Was chemische Oberflächenbehandlungen bei Metall leisten
Chemische Verfahren greifen ohne spanende Bearbeitung in die oberste Schicht des Werkstoffs ein oder entfernen unerwünschte Rückstände von der Oberfläche. Dazu gehören Reinigungs- und Entschichtungsprozesse ebenso wie Konversionsschichten, bei denen sich die Oberfläche gezielt umwandelt. Anders als rein mechanische Verfahren entsteht der Effekt nicht primär durch Strahlen, Schleifen oder Polieren, sondern durch die Zusammensetzung des Mediums, die Reaktionsführung und die Prozessdauer.
Typische Einsatzbereiche in der Lohnfertigung
Chemische Behandlungen werden häufig als Vorstufe für Lackierung, Beschichtung, Kleben oder Montage eingesetzt, weil Ölfilme, Oxide, Lackreste oder andere Verunreinigungen entfernt werden müssen. Sie kommen auch zum Einsatz, wenn Bauteile einen temporären oder dauerhaften Korrosionsschutz, eine verbesserte Haftgrundlage oder definierte tribologische Eigenschaften erhalten sollen. Typisch sind Anwendungen an Serienbauteilen, Verbindungselementen, Blechteilen, Präzisionsteilen und Komponenten mit komplexer Geometrie, bei denen innenliegende Bereiche gleichmässig mitbehandelt werden sollen.
Verfahrensgruppen von Beizen bis chemischer Abscheidung
Innerhalb der Kategorie lassen sich mehrere Gruppen unterscheiden: Reinigungsprozesse wie Entfetten oder Waschen, Entschichtungsverfahren wie Entlacken und Abbeizen, sowie Konversionsschichten wie Passivierungen, Chromatierungen oder Phosphatierungen. Hinzu kommen chemische Abscheidungen wie chemisches Vernickeln oder chemisches Verkupfern, bei denen sich eine Schicht ohne klassischen galvanischen Stromfluss bildet. Je nach Anbieter werden auch angrenzende Spezialverfahren im selben Bereich geführt; fachlich ist deshalb jeweils zu prüfen, ob es sich um eine nasschemische Behandlung, eine chemische Abscheidung oder ein angrenzendes Beschichtungsverfahren handelt.
Abgrenzung zu galvanischen, mechanischen und thermischen Verfahren
Innerhalb der Oberflächenbehandlungen bildet Chemische den Bereich für nasschemische Reinigungen, Umwandlungen und chemisch initiierte Schichtbildung. Galvanische Verfahren arbeiten dagegen mit elektrolytischer Metallabscheidung unter Strom, mechanische Verfahren mit physischer Bearbeitung der Oberfläche, und thermische Beschichtungsverfahren mit wärmegeführten Auftrags- oder Umwandlungsprozessen. In der Praxis werden diese Bereiche oft kombiniert, etwa wenn eine chemische Vorbehandlung einer galvanischen Beschichtung oder einer Lackierung vorgeschaltet ist.