Typische Einsatzfälle in der spanlosen Formgebung
Sonderbauarten werden eingesetzt, wenn Bauteile aussergewöhnliche Abmessungen, asymmetrische Belastungen oder spezielle Zugänglichkeiten erfordern. Auch bei verketteten Arbeitsschritten, bei beengten Einbauverhältnissen oder bei der Einbindung in automatisierte Linien kann eine Sonderausführung sinnvoll sein. In der Praxis betrifft das unter anderem Stanzteile mit besonderer Werkzeugführung, Umformoperationen mit definiertem Bewegungsablauf oder Fertigungskonzepte, bei denen Presse und Peripherie konstruktiv eng aufeinander abgestimmt werden müssen. Die Maschine wird dabei auf den realen Prozess hin ausgelegt und nicht umgekehrt.
Abgrenzung zu anderen Pressenbauarten
Im Unterschied zu Exzenter-, Kurbel- oder Kniehebel-Pressen bezeichnet die Sonderbauart keine klar abgegrenzte Standardkategorie mit festem Grundlayout, sondern eine anwendungsspezifische Abwandlung oder Neuentwicklung innerhalb der mechanischen Pressentechnik. Gegenüber 2-Säulenpressen, 4-Säulenpressen oder Einständer-Pressen liegt der Fokus nicht auf der üblichen Gestellklassifikation, sondern auf besonderen konstruktiven Anforderungen. Von Sonderbauarten hydraulischer Pressen unterscheiden sie sich durch das mechanische Antriebskonzept. Gegenüber Hochproduktionspressen mit automatischer Zufuhr oder Stufen-Pressen ist eine Sonderbauart nicht zwingend auf hohe Taktzahlen oder ein bestimmtes Produktionsprinzip festgelegt, sondern auf eine spezifische technische Aufgabenstellung.