Messgrösse und Aussagekraft bei Wasser
Gemessen wird die elektrische Leitfähigkeit des Wassers. Der Wert reagiert auf gelöste Salze, Säuren, Laugen und andere ionische Bestandteile und eignet sich deshalb als schneller Summenparameter für die Wasserqualität im Prozess. Er zeigt Veränderungen im Medium an, erlaubt aber keine direkte Aussage darüber, welche einzelnen Stoffe im Wasser vorliegen.
Typische Messpunkte in Aufbereitungs- und Gewinnungsanlagen
Leitfähigkeits-Messgeräte werden an Übergängen zwischen Rohwasser, vorbehandeltem Wasser und aufbereitetem Wasser eingesetzt. Messstellen liegen unter anderem in Zuläufen, nach Filtrations- oder Enthärtungsstufen, an Speise- und Spülwasserleitungen sowie in Behältern oder Kreisläufen. In der Wassergewinnung lassen sich damit auch Schwankungen der Rohwasserqualität beobachten.
Bauformen, Messbereiche und Einbauarten
Verbreitet sind Inline-Sensoren für die kontinuierliche Prozessmessung sowie mobile oder Laborgeräte für Einzelmessungen. Je nach Leitfähigkeitsbereich kommen unterschiedliche Zellkonstanten und Messprinzipien zum Einsatz; bei belasteten Medien werden auch induktive Systeme verwendet. Für belastbare Werte sind Temperaturerfassung, geeignete Werkstoffe und ein zum Medium passender Messbereich zu berücksichtigen.
Abgrenzung zu pH-Messung, Durchflussmessung und Aufbereitungstechnik
Leitfähigkeits-Messgeräte sind Messinstrumente innerhalb von Wasseraufbereitungsanlagen und Wassergewinnungsanlagen, keine eigenständigen Aufbereitungsverfahren. Im Unterschied zu pH-Messgeräten erfassen sie nicht den Säure- oder Laugenzustand, sondern die elektrische Leitfähigkeit als Summenwert gelöster Ionen. Gegenüber Schwebekörper-Durchflussmessern messen sie keine Fördermenge, und gegenüber Filtern, UV- oder Ozonanlagen übernehmen sie keine Behandlung des Wassers.