Messprinzip und Aufbau von Schwebekörper-Durchflussmessern
Das Messprinzip beruht auf einem konisch erweiterten Messrohr, in dem ein Schwebekörper durch das strömende Medium angehoben wird. Je nach Durchfluss stellt sich eine bestimmte Gleichgewichtslage zwischen Strömungskraft, Gewichtskraft und Auftrieb ein. Diese Position wird an einer Skala abgelesen oder über einen Kontakt beziehungsweise Geber weiterverarbeitet. Das Verfahren eignet sich für die lokale Anzeige von Durchflusswerten und arbeitet ohne komplexe Sensorik direkt im Medium.
Typische Anwendungen in Wasseraufbereitung und Wassergewinnung
In diesem Umfeld werden Schwebekörper-Durchflussmesser unter anderem in Dosierstrecken, Spülleitungen, Probenahmelinien, Bypass-Leitungen und bei der Überwachung einzelner Verfahrensschritte eingesetzt. Sie dienen dazu, konstante Teilströme sichtbar zu machen oder Sollbereiche vor Ort zu kontrollieren. Auch bei Hilfsmedien innerhalb einer Anlage, etwa bei Prozesswasser oder Luft für bestimmte Betriebszustände, können sie eingesetzt werden, sofern Ausführung und Werkstoffe zum Medium passen.
Ausführungen, Werkstoffe und Auswahlkriterien
Erhältlich sind Ausführungen mit Glas-, Kunststoff- oder Metallmessrohr sowie Varianten mit rein visueller Anzeige oder mit elektrischen Grenzwertkontakten. Für die Auswahl sind Medium, Druck, Temperatur, Einbaulage, Messbereich und die chemische Beständigkeit der medienberührten Teile massgebend. Bei der Auslegung ist zu beachten, dass das Gerät auf ein bestimmtes Medium und definierte Betriebsbedingungen abgestimmt wird. Abweichungen bei Dichte, Viskosität oder Betriebsdruck können die Anzeige beeinflussen.
Abgrenzung zu Armaturen und anderen Messgeräten
Schwebekörper-Durchflussmesser messen und visualisieren den Durchfluss, sie ersetzen jedoch keine Armaturen zur Absperrung, Regelung oder Sicherung einer Leitung. Im Unterschied zu pH-Messgeräten oder Leitfähigkeits-Messgeräten erfassen sie keine Wasserqualität, sondern ausschliesslich die Menge des strömenden Mediums. Innerhalb der Wasseraufbereitung gehören sie damit zur Messtechnik für Prozessströme, nicht zur chemischen Analytik oder zur eigentlichen Wasserbehandlung wie UV-Entkeimung, Ozonisierung oder Filtration.