Was unter physikalischer Wasserbehandlung verstanden wird
Kennzeichnend sind Prozesse, die auf Trennung, Bestrahlung, Druck, Temperatur, Belüftung oder Strömung beruhen. Dazu zählen je nach Anwendung unter anderem Filtrations- und Membranverfahren, Sedimentation, Entgasung oder UV-basierte Behandlungsstufen. Im Unterschied zu chemischen Aufbereitungsverfahren wird die Wasserqualität nicht durch Dosierung von Reaktionsstoffen verändert, sondern durch physikalische Wirkung auf Inhaltsstoffe, Partikel oder Mikroorganismen.
Einsatzbereiche in Sanitär- und Gebäudeanlagen
Physikalische Verfahren werden in Trinkwasser- und Betriebswassersystemen, bei Speicher- und Verteilanlagen sowie in aufbereiteten Wasserströmen wie Regen- oder Grauwasser eingesetzt. Typische Ziele sind die Entfernung von Feststoffen, die Verbesserung der optischen Wasserqualität, die Reduktion von Belastungen vor empfindlichen Apparaten oder die Einbindung in Hygienekonzepte. Auch als Vor- oder Nachstufe zu weiteren Aufbereitungsschritten sind solche Verfahren üblich.
Verfahrensgruppen und technische Ausprägungen
Innerhalb der physikalischen Wasserbehandlung lassen sich trennende, bestrahlende und konditionierende Verfahren unterscheiden. Trennende Verfahren erfassen Schwebstoffe oder feinere Partikel, bestrahlende Verfahren wirken etwa auf Mikroorganismen, und konditionierende Verfahren beeinflussen Betriebsbedingungen wie Gasgehalt oder Strömungsverhalten. Welche Ausprägung geeignet ist, hängt von Wasserbeschaffenheit, Nutzungszweck, geforderter Behandlungswirkung und der Einbindung in die Gesamtanlage ab.
Abgrenzung zu Wasserfilter, Wasserdesinfektion und Enthärtung
In der Hierarchie unter Wasseraufbereitungsanlagen und Wassergewinnungsanlagen bezeichnet Wasserbehandlung, physikalisch eine Verfahrenskategorie. Sie ist breiter als einzelne Produktgruppen wie Wasserfilter oder UV-Entkeimungsanlagen, aber enger als der Oberbegriff Wasseraufbereitung. Von Wasserdesinfektion unterscheidet sie sich dadurch, dass dort das Ziel beschrieben wird, während hier das Wirkprinzip im Vordergrund steht. Gegenüber Trinkwasserfilter und Enthärtungsanlagen oder Kalkschutzapparaten liegt der Fokus nicht auf einer bestimmten Gerätegruppe oder auf Kalkreduktion, sondern auf physikalischen Behandlungsverfahren insgesamt.