Funktionsprinzip von Kombiwalzen
Eine Kombiwalze verbindet zwei unterschiedliche Verdichtungsarten in einer Maschine: Die Stahlbandage arbeitet je nach Ausführung statisch oder mit Vibration, während die Reifenachse durch den elastischen Kontakt zusätzliche Verdichtungswirkung erzeugt. Diese Kombination ist vor allem bei Asphaltbelägen relevant, weil sie sowohl die Dichte als auch die Oberflächenstruktur beeinflussen kann. Die Maschine wird deshalb typischerweise in Walzkonzepte eingebunden, bei denen mehrere Walzentypen nacheinander oder ergänzend eingesetzt werden.
Einsatzbereiche im Asphalt- und Belagsbau
Kombiwalzen werden vor allem bei Belagsarbeiten im Strassen- und Wegebau eingesetzt. Typische Anwendungen sind kleinere bis mittlere Einbauflächen, Randbereiche, Anschlüsse, innerörtliche Strassen, Plätze oder Abschnitte mit häufigen Richtungswechseln. Auch bei Sanierungen und kleineren Belagsersatzarbeiten sind sie verbreitet, weil sie kompakt gebaut und gut manövrierbar sein können. Für ungebundene Schichten oder grobe Erdarbeiten sind dagegen meist andere Verdichtungsmaschinen geeigneter.
Relevante Ausführungen und Auswahlkriterien
Kombiwalzen unterscheiden sich unter anderem nach Arbeitsbreite, Einsatzgewicht, Bandagenausführung, Vibrationssystem und Reifenanordnung. Für den Einsatz auf Asphalt sind zudem Befeuchtungs- und Reinigungssysteme relevant, damit sich kein Mischgut an Bandage oder Reifen anhaftet. Bei der Auswahl wird üblicherweise auf Belagsart, Schichtdicke, Flächengrösse, Platzverhältnisse und das vorgesehene Walzschema abgestimmt. Ob eine Maschine eher für den Zwischen- oder Endverdichtungsbereich geeignet ist, hängt von ihrer konkreten Ausführung ab.
Abgrenzung zu anderen Walzen im Strassenbau
Innerhalb der Maschinen für den Strassenbau liegen Kombiwalzen zwischen Tandemvibrationswalzen und Gummiradwalzen. Tandemvibrationswalzen arbeiten mit zwei Stahlbandagen und sind auf eine gleichmässige dynamische Verdichtung ausgelegt. Gummiradwalzen verdichten ausschliesslich über Reifen und werden dort eingesetzt, wo der walkende Effekt im Vordergrund steht. Kombiwalzen vereinen beide Prinzipien in einer Maschine, ersetzen aber nicht jede spezialisierte Walze. Von Maschinen wie Strassenfräsen, Fertigern oder Beschickern unterscheiden sie sich klar, weil sie nicht für Einbau oder Materialaufbereitung, sondern für die Verdichtung zuständig sind.