In-situ-Aufbereitung des Untergrunds
Ein Bodenstabilisierer arbeitet den vorhandenen Boden vor Ort mechanisch durch. Dabei werden Klumpen aufgelöst, Korngefüge durchmischt und je nach Verfahren Wasser oder Bindemittel eingearbeitet. Das Ziel ist keine reine Oberflächenbearbeitung, sondern eine gleichmässige Schicht über die vorgesehene Arbeitstiefe. Im Strassenbau wird dieses Verfahren genutzt, wenn der Untergrund oder eine vorhandene Schicht in eingebautem Zustand verbessert werden soll.
Typische Einsätze im Strassen- und Wegebau
Bodenstabilisierer kommen zum Einsatz, wenn das Planum oder ungebundene Tragschichten nicht die geforderte Gleichmässigkeit oder Belastbarkeit aufweisen. Typische Anwendungsfälle sind der Neubau von Strassen und Wegen auf schwierigem Untergrund sowie die Ertüchtigung bestehender Flächen, bei denen das vorhandene Material weiterverwendet werden soll. Auch bei provisorischen Baustrassen, landwirtschaftlichen Wegen oder Industrieflächen kann die In-situ-Stabilisierung Teil des Schichtaufbaus sein.
Verfahrensvarianten und Zusammenspiel mit anderen Geräten
Die Bodenstabilisierung erfolgt je nach Bauablauf in einem oder mehreren Arbeitsschritten. Bindemittel können vorgängig mit einem Bindemittelstreuer aufgebracht werden, Wasser wird bei Bedarf über ergänzende Geräte zugegeben. Der Bodenstabilisierer übernimmt anschliessend das eigentliche Einmischen und Homogenisieren. Welche Arbeitsweise geeignet ist, hängt unter anderem von Bodenart, Feuchtigkeit, Schichtdicke und dem vorgesehenen Bindemittel ab.
Abgrenzung zu Strassenfräse, Walzen und Bindemittelstreuer
Ein Bodenstabilisierer verteilt Bindemittel nicht nur, sondern mischt sie in den vorhandenen Boden oder in eine ungebundene Schicht ein. Damit unterscheidet er sich vom Bindemittelstreuer, der das Material dosiert und aufbringt, aber keine Durchmischung ausführt. Zur Strassenfräse besteht ebenfalls ein klarer Unterschied: Fräsen tragen gebundene Schichten ab oder profilieren sie, während Bodenstabilisierer den Untergrund oder ungebundene Materialien aufbereiten. Walzen wie Gummiradwalzen, Kombiwalzen oder Tandemvibrationswalzen folgen typischerweise nach dem Mischvorgang zur Verdichtung, ersetzen die Stabilisierung aber nicht.