Was beim Haftkleberauftrag hergestellt wird
Beim Haftkleberauftrag entsteht auf der Oberfläche eine definierte, dauerhaft klebrige oder druckaktivierbare Schicht. Diese Klebstofflage kann direkt auf eine Kunststofffolie, auf ein Zwischenmaterial oder auf einen beschichteten Verbund aufgebracht werden. Je nach Anwendung steht dabei nicht die strukturelle Verklebung im Vordergrund, sondern eine kontrollierte Anfangshaftung und spätere Anbindung an den Zieluntergrund. Häufig wird die Schicht anschliessend mit einem Abdeckmaterial kombiniert, um Lagerung und Weiterverarbeitung zu ermöglichen.
Typische Einsatzfelder in der Kunststoffverarbeitung
Haftkleberauftrag wird vor allem bei bahnförmigen Materialien eingesetzt, etwa bei Folien, Klebebändern, Dichtbändern, Schutzfolien oder Etikettenverbunden. Auch technische Laminate, Schäume, Vliese oder flexible Träger können mit einer haftaktiven Rückseite ausgerüstet werden. In der industriellen Verarbeitung ist das Verfahren dort sinnvoll, wo Bauteile, Oberflächen oder Zuschnitte erst im späteren Prozessschritt verklebt werden. Der Auftrag kann zudem Teil einer mehrlagigen Materialausrüstung sein, wenn Trägerfolie, Haftkleber und Abdeckung als Verbund bereitgestellt werden.
Auftragsarten und verfahrensrelevante Merkmale
Der Haftkleber kann in unterschiedlichen Formulierungen und mit verschiedenen kontinuierlichen Auftragsverfahren verarbeitet werden. Entscheidend sind unter anderem die gewünschte Schichtdicke, die Gleichmaessigkeit des Auftrags, die Oberflaechenenergie des Trägers sowie das Verhalten bei Lagerung, Stanzen oder Abziehen. Je nach Materialkombination kann vor dem Auftrag eine Vorbehandlung der Oberfläche erforderlich sein, damit die Klebstoffschicht sicher anhaftet. Bei der Auslegung wird ausserdem berücksichtigt, ob die Haftung ablösbar, dauerhaft oder auf bestimmte Untergründe abgestimmt sein soll.
Abgrenzung zu Klebstoffauftrag, Selbstklebebeschichtungen und Kaschieren
Haftkleberauftrag ist enger gefasst als der allgemeine Klebstoffauftrag. Gemeint ist speziell das Aufbringen einer haftaktiven Schicht, die durch Druck klebt und nicht erst im Endzustand aushärten muss. Von Selbstklebebeschichtungen unterscheidet sich die Bezeichnung dadurch, dass hier der Beschichtungsvorgang beschrieben wird, nicht nur die Eigenschaft des fertigen Produkts. Gegenueber Kaschieren ist Haftkleberauftrag ebenfalls abzugrenzen: Beim Kaschieren werden Lagen miteinander verbunden, waehrend der Haftkleberauftrag oft der vorgelagerte Schritt zur Erzeugung der klebenden Funktionsschicht ist. Im Unterschied zu Extrusionsbeschichten oder Coextrudieren wird keine Kunststoffschmelze als Deckschicht aufgebracht, sondern eine Klebstofflage mit definierter Haftfunktion.