Wie Lackieren und Spritzen bei Kunststoffbeschichtungen abläuft
Beim Spritzauftrag wird ein flüssiges Beschichtungsmaterial fein verteilt und gleichmässig auf die Oberfläche aufgebracht. Daraus entsteht nach dem Ablüften, Trocknen oder Aushärten ein zusammenhängender Film. Die Qualität der Schicht hängt unter anderem von der Oberflächenvorbereitung, der Benetzung, der Auftragsmenge und der Verträglichkeit mit dem Substrat ab. Im Unterschied zu massiveren Schichtaufbauten steht hier meist eine kontrollierte, relativ dünne Oberflächenschicht im Vordergrund.
Typische Einsatzfälle für gespritzte Kunststoffbeschichtungen
Das Verfahren wird für sichtbare und technische Bauteile eingesetzt, wenn Farbton, Glanzgrad, Haptik oder eine definierte Oberflächenwirkung gefordert sind. Auch funktionale Anforderungen wie chemische Beständigkeit, Reinigungsfähigkeit oder eine gleichmässige Deckschicht können den Spritzauftrag sinnvoll machen. Beschichtet werden je nach System Kunststoffteile selbst oder andere Werkstoffe mit einer kunststoffbasierten Lackschicht. Besonders geeignet ist das Verfahren bei komplexeren Geometrien, bei denen eine flächige und reproduzierbare Verteilung benötigt wird.
Varianten beim Lackieren und Spritzen
Lackieren und Spritzen umfasst unterschiedliche Ausprägungen des Auftrags. Üblich sind manuelle oder automatisierte Prozesse, einschichtige oder mehrschichtige Aufbauten sowie Systeme mit Grundierung, Decklack und gegebenenfalls zusätzlicher Funktions- oder Schutzschicht. Auch die Zusammensetzung des Beschichtungsstoffs variiert, etwa in Bezug auf Viskosität, Feststoffgehalt oder Art der Filmbildung. Welche Variante geeignet ist, richtet sich nach Bauteilgeometrie, Stückzahl, Oberflächenanforderung und Prozessumgebung.
Abgrenzung zu verwandten Beschichtungsverfahren
Innerhalb der Hierarchie gehört Lackieren und Spritzen zu den Beschichtungsverfahren mit Kunststoffen und beschreibt konkret den Sprühauftrag eines flüssigen Systems. Von Nassbeschichten unterscheidet sich die Leistung durch den Fokus auf Lack- und Spritzverfahren; Nassbeschichten kann auch andere Auftragsarten wie Tauchen oder Fliessen umfassen. Gegenüber der elektrostatischen Pulverbeschichtung wird kein Pulver, sondern ein flüssiger Beschichtungsstoff verarbeitet. Verfahren wie EMV-Beschichtungen oder Antihaftbeschichtungen bezeichnen vor allem die Funktion der Schicht, nicht zwingend die Art des Auftrags.