Lackaufbau auf Kunststoffoberflächen
Das Lackieren von Kunststoffen umfasst mehr als das reine Aufbringen einer Farbschicht. Je nach Werkstoff und Anforderung besteht der Aufbau aus Reinigung, gegebenenfalls Vorbehandlung, Haftvermittlung oder Grundierung sowie Deck- und optional Klarlack. Ziel ist eine gleichmässige, haftfeste und optisch definierte Oberfläche, ohne dass Form, Passungen oder sichtbare Bauteilbereiche unkontrolliert beeinflusst werden.
Typische Anwendungen bei Kunststoffbauteilen
Lackierte Kunststoffteile werden eingesetzt, wenn sichtbare Oberflächen eine bestimmte Farbwirkung, einen definierten Glanzgrad oder eine einheitliche Anmutung erhalten sollen. Hinzu kommen Anwendungen, bei denen die Oberfläche gegen übliche Umwelt- und Gebrauchseinflüsse angepasst werden muss, etwa bei Gehäusen, Abdeckungen, Bedienteilen oder technischen Formteilen. Relevant sind dabei auch spätere Belastungen durch Reinigung, Montage, Berührung oder Witterung.
Ausprägungen des Lackierens in der Kunststoffveredelung
Im Kunststoffbereich kommen unterschiedliche Lackiersysteme und Schichtaufbauten zum Einsatz. Unterschieden wird unter anderem zwischen ein- und mehrschichtigen Aufbauten, deckenden und transparenten Beschichtungen sowie matten, seidenglänzenden oder glänzenden Oberflächen. Je nach Anforderung kann das Lackieren primär dekorativ ausgelegt sein oder zusätzlich Eigenschaften wie verbesserte Reinigbarkeit, abgestimmte Haptik oder ergänzenden Oberflächenschutz unterstützen.
Abgrenzung zu anderen Veredelungsverfahren
Innerhalb der Veredelung ist Lackieren klar von vorgelagerten und verwandten Verfahren zu trennen. Das Aktivieren und Vorbehandeln der Oberfläche schafft die Voraussetzungen für Haftung, ersetzt aber keine Beschichtung. Polieren verändert die vorhandene Oberfläche mechanisch, ohne eine neue Schicht aufzubauen. Dekorieren ergänzt gestalterische Elemente wie Aufdrucke oder Muster, während kratzfeste Beschichtungen gezielt auf erhöhte Oberflächenhärte ausgerichtet sind. Metallisieren, Verchromen oder galvanische Verfahren erzeugen dagegen metallische Schichten mit anderer Funktion und anderer optischer Wirkung.