Lokale Anpassung von Härte und Zähigkeit
Die Leistung umfasst das begrenzte Erwärmen und Abkühlen einzelner Zonen eines Stahlteils, statt das gesamte Werkstück einheitlich zu behandeln. Beim partiellen Härten werden belastete Bereiche auf die erforderliche Härte gebracht. Beim partiellen Anlassen werden zuvor gehärtete Zonen oder Randbereiche so nachbehandelt, dass Spannungen, Sprödigkeit oder ein unerwünschtes Eigenschaftsprofil reduziert werden. Entscheidend ist, dass die Eigenschaften nicht flächig, sondern funktionsbezogen eingestellt werden.
Typische Bauteile und Belastungszonen
Partielle Wärmebehandlung wird eingesetzt, wenn nur bestimmte Kontakt-, Gleit-, Lauf- oder Eingriffsflächen hohe Verschleissfestigkeit benötigen. Beispiele sind Zahnflanken, Lagerstellen, Wellenabschnitte, Nocken, Anschlagflächen, Führungen oder Kanten, die mechanisch stark beansprucht werden, während angrenzende Bereiche zäher oder besser bearbeitbar bleiben sollen. Auch bei Reparatur- oder Anpassungsfällen kann eine lokale Behandlung sinnvoll sein, wenn nicht das ganze Bauteil erneut wärmebehandelt werden soll.
Ausprägungen innerhalb der Leistung
Unter dem Begriff fallen unterschiedliche Aufgabenstellungen zusammen: rein partielles Härten, rein partielles Anlassen oder eine Kombination beider Schritte an verschiedenen Zonen desselben Werkstücks. Je nach Anforderung kann die Behandlung auf kleine Funktionsbereiche, umlaufende Abschnitte oder klar abgegrenzte Übergänge beschränkt sein. Für die Ausführung sind Angaben zu Werkstoff, gewünschter Härteverteilung, Behandlungsbereich und zulässigem Verzug relevant. Auch die Lage der Übergangszonen zwischen hartem und weniger hartem Material ist oft Teil der Spezifikation.
Abgrenzung zu anderen Wärmebehandlungen von Stahl
Partielles Anlassen und Härten beschreibt das örtlich begrenzte Ergebnis am Bauteil, nicht zwingend das verwendete Energieeintragsverfahren. Davon unterscheiden sich Flammhärten, Induktionshärten oder Laserstrahlhärten, die vor allem die technische Art der lokalen Erwärmung benennen. Gegenüber Härten, Vergüten oder Anlassen und Vergüten ist die Behandlung nicht auf das ganze Werkstück ausgerichtet. Von Aufkohlen, Carbonitrieren, Nitrieren oder Borieren grenzt sich die Leistung dadurch ab, dass keine thermochemische Randschichtumwandlung mit Stoffeintrag im Vordergrund steht.