Ablauf beim Ausgiessen von Gleitlagerflächen
Ausgegossen werden Lagerstellen, bei denen die eigentliche Gleitfläche als metallische Auskleidung in einem Träger sitzt. Vor dem Giessvorgang werden die betreffenden Bereiche gereinigt, vorbereitet und für die Aufnahme des Lagerwerkstoffs eingerichtet. Danach wird der Werkstoff in die vorgesehene Form oder Lagerkontur eingebracht und kontrolliert abgekühlt. Je nach Bauteil folgen nach dem Ausgiessen weitere Arbeitsschritte wie Ausrichten, Bohren oder Feinbearbeiten der Lagerfläche.
Einsatz bei Reparatur, Revision und Sonderabmessungen
Das Verfahren wird häufig verwendet, wenn Gleitlager in bestehenden Maschinen instand gesetzt werden sollen. Es eignet sich für Anwendungen, bei denen Lagergehäuse, Schalen oder Buchsen erhalten bleiben und nur die verschlissene Lagerauskleidung ersetzt wird. Ebenso kommt es bei Einzelstücken und kleinen Serien vor, wenn besondere Abmessungen, ältere Bauformen oder anwendungsspezifische Geometrien benötigt werden. Damit ist das Ausgiessen vor allem dort sinnvoll, wo Standardlager nicht ohne Weiteres eingesetzt werden können.
Bauformen und werkstoffbezogene Ausprägungen
Ausgegossen werden je nach Konstruktion unter anderem Lagerschalen, Halbschalen, Buchsen oder segmentierte Lagerteile. Die Ausführung richtet sich nach Geometrie, Belastung, Gleitgeschwindigkeit, Schmierung und den Anforderungen an die Lageroberfläche. Verwendet werden dafür geeignete Lagerwerkstoffe oder Lagerlegierungen, abgestimmt auf die jeweilige Anwendung. Neben dem eigentlichen Giessvorgang ist die Verbindung zwischen Träger und Lagerauskleidung ein entscheidender Aspekt der Ausführung.
Abgrenzung zu Giessen und anderen Metallverfahren
Innerhalb der spanlosen Lohnarbeiten ist das Ausgiessen von Gleitlagern ein spezialisiertes Verfahren mit klarem Bezug zur Funktion des Bauteils. Im Unterschied zum allgemeinen Giessen wird nicht primär ein vollständiges Gussteil hergestellt, sondern eine Lagerfläche in einem vorhandenen Bauteil aufgebaut oder erneuert. Es unterscheidet sich auch von Verfahren wie Sintern, Kleben von Metall oder Lasersintern, weil die Lagerauskleidung durch Einbringen eines flüssigen Werkstoffs in die vorbereitete Lagerstelle entsteht. In der Hierarchie unter "Verschiedene andere Verfahren" steht diese Leistung damit für eine eng abgegrenzte Bearbeitung von Gleitlagerkomponenten.