Was unter Elektrokabeln in der Maschinenindustrie verstanden wird
Elektrokabel sind ein- oder mehradrige Leitungen mit elektrischen Leitern, Isolation und meist einem äusseren Mantel. Je nach Ausführung kommen zusätzliche Elemente wie Schirmungen, Füller oder Verstärkungen hinzu. In der Maschinen- und Anlagentechnik dienen sie zur Übertragung von Energie, Steuersignalen, Messwerten oder Daten zwischen Komponenten wie Schaltschrank, Motor, Sensor, Aktor oder Heizelement.
Einsatz in Schaltschränken, Maschinen und bewegten Achsen
Typische Einsatzorte sind die interne Verdrahtung im Schaltschrank, feste Leitungswege innerhalb von Maschinen, Anschlüsse von Antrieben und Sensorik sowie Leitungen zu Heiz- und Messeinrichtungen. In bewegten Anwendungen kommen Kabel hinzu, die wiederholte Biegung, Schleppkettenbetrieb oder Torsion aushalten müssen. Auch Einflüsse wie Öl, Kühlschmierstoffe, Abrieb, Feuchtigkeit oder erhöhte Temperaturen sind bei der Auswahl zu berücksichtigen.
Ausführungen nach Funktion, Aufbau und Belastung
Unterschieden wird unter anderem zwischen Energiekabeln, Steuerleitungen, Signalkabeln und Datenleitungen. Je nach Anforderung sind Kabel geschirmt oder ungeschirmt, flexibel oder hochflexibel sowie für statische oder dynamische Verlegung ausgelegt. Weitere Merkmale betreffen den Leiterquerschnitt, die Zahl der Adern, die Verseilung, den Mantelwerkstoff und die Eignung für EMV-kritische Umgebungen.
Abgrenzung zu Verdrahtungsmaterial, Kabelkonfektion und Steckverbindern
Elektrokabel bezeichnen das Leitungselement selbst. Davon zu unterscheiden ist die Geschwisterleistung "Kabel und Verdrahtungsmaterial", die neben Kabeln auch Zubehör wie Klemmen, Schutzschläuche oder Befestigungsmaterial umfassen kann. "Kabelkonfektion" meint bereits zugeschnittene, abisolierte oder mit Kontakten und Steckern versehene Leitungen, während "Kabelbäume und Kabelsätze" mehrere Leitungen zu einer vormontierten Einheit zusammenfassen. "Stecker und Steckverbinder" sind Anschlusskomponenten und nicht das Kabel selbst.