Was EMV-Filter in elektrischen Systemen leisten
EMV-Filter beeinflussen hochfrequente Störanteile auf Leitungen, ohne die eigentliche Nutzenergie oder das vorgesehene Signal im Normalbetrieb zu unterbrechen. Sie werden dort eingesetzt, wo Schaltvorgänge, Leistungselektronik, Motorantriebe oder andere elektronische Baugruppen unerwünschte Störungen verursachen oder selbst empfindlich auf solche Einflüsse reagieren. Je nach Auslegung wirken sie gegen Gleichtakt- und Gegentaktstörungen auf Netz-, Steuer- oder Signalleitungen.
Typische Einbauorte im Maschinen- und Anlagenbau
EMV-Filter finden sich häufig am Netzeingang von Maschinen, in Schaltschränken, bei Stromversorgungen, Frequenzumrichtern, Servoantrieben und industriellen Steuerungen. Auch in Geräten mit empfindlicher Mess-, Kommunikations- oder Regeltechnik werden sie eingesetzt, wenn Störungen über Leitungen eingekoppelt werden können. Entscheidend ist nicht nur der Filter selbst, sondern auch seine Position im Aufbau, die Leitungsführung und die Einbindung in das Erdungs- und Schirmungskonzept.
Bauformen und Ausführungen von EMV-Filtern
EMV-Filter sind in unterschiedlichen Bauformen erhältlich, etwa für einphasige oder dreiphasige Anwendungen, zur Gehäuse- oder Schaltschrankmontage oder als integrierte Lösung in Geräten. Die Auslegung richtet sich unter anderem nach Spannung, Strom, Frequenzbereich, Leitungsart und Einbausituation. Im industriellen Umfeld werden sowohl Netzfilter für die Versorgung als auch Filterlösungen für einzelne Funktionsgruppen verwendet, sofern die jeweilige Störquelle oder Empfindlichkeit dies erfordert.
Abgrenzung zu Ausgangsfiltern, Oberschwingungsfiltern und EMV-Abschirmungen
Innerhalb der elektrischen und elektronischen Bauteile sind EMV-Filter auf die Dämpfung elektromagnetischer Störungen auf Leitungen ausgerichtet. Ausgangsfilter werden dagegen typischerweise auf der Lastseite von Umrichtern eingesetzt, um die Ausgangsspannung oder Stromform zu beeinflussen und angeschlossene Komponenten zu entlasten. Oberschwingungsfilter beziehen sich auf Netzrückwirkungen durch harmonische Anteile, während EMV-Abschirmungen Störungen über Gehäuse, Flächen oder Kabelschirme begrenzen. EMV-Filter sind damit von rein mechanischen Abschirmmassnahmen und von filtern mit anderer elektrischer Zielsetzung klar zu unterscheiden.