Messprinzip und Einflussfaktoren bei Pyrometern
Ein Pyrometer misst nicht die Lufttemperatur, sondern die Oberflächentemperatur eines Zielobjekts anhand seiner thermischen Strahlung. Die Genauigkeit hängt unter anderem von der Oberflächenbeschaffenheit, dem eingestellten Emissionsgrad, dem freien Sichtfeld und dem Verhältnis von Messabstand zu Messfleck ab. Spiegelnde Metalle, Rauch, Staub oder Sichtfenster können die Messung beeinflussen und müssen bei der Auslegung berücksichtigt werden.
Einsatz in Metallverarbeitung, Ofenprozessen und Anlagen
Typische Anwendungen liegen bei warmen oder glühenden Werkstücken, in Wärmebehandlungsanlagen, an Öfen, bei Walzprozessen oder an kontinuierlich bewegtem Material. Pyrometer eignen sich dort, wo eine kontaktierende Messung den Prozess stören, den Sensor belasten oder konstruktiv schwer umsetzbar wäre. Auch an schwer zugänglichen Messstellen oder bei kurzen Taktzeiten lassen sich Temperaturwerte ohne direkten Kontakt erfassen.
Gerätevarianten und Ausführungen
Pyrometer sind als fest installierte Sensoren oder als mobile Handgeräte erhältlich. Je nach Messaufgabe kommen unterschiedliche Spektralbereiche, Optiken und Messverfahren zum Einsatz, etwa einkanalige Geräte oder Quotientenpyrometer für anspruchsvollere Bedingungen. Für die Einbindung in Maschinen und Anlagen sind zudem die Signalverarbeitung, die Schnittstellen und die mechanische Montage relevant.
Abgrenzung zu Temperaturmessgeräten, Thermoelementen und Infrarot
Im Unterschied zu Thermoelementen messen Pyrometer berührungslos und erfassen primär die Temperatur der sichtbaren Oberfläche. Gegenüber der allgemeinen Kategorie Temperaturmessgeräte bezeichnet Pyrometer eine klar abgegrenzte Geräteart für strahlungsbasierte Messungen. Der Begriff Infrarot beschreibt die zugrunde liegende Technologie, während Pyrometer das konkrete Messgerät meint. Innerhalb der Hierarchie der elektrischen und elektronischen Bauteile sind Pyrometer daher spezifische Sensor- und Messkomponenten für industrielle Temperaturerfassung.