Was unter elektronischen Steuerungen verstanden wird
Elektronische Steuerungen erfassen Eingangsgrössen, verarbeiten diese nach einer vorgegebenen Logik und geben Steuersignale an Aktoren, Antriebe oder andere Baugruppen aus. Die Umsetzung kann über diskrete Elektronik, Mikrocontroller, Baugruppen mit Halbleitertechnik oder kompakte Steuereinheiten erfolgen. Im Unterschied zu rein mechanischen oder fluidischen Steuerungen beruht die Funktion auf elektronischer Signalverarbeitung. Je nach Aufgabe können Schaltvorgänge, Zeitabläufe, Verriegelungen, Überwachungen oder einfache Regelungsfunktionen integriert sein.
Typische Einsatzfelder im Maschinen- und Anlagenbau
Elektronische Steuerungen werden in Maschinen, Aggregaten und automatisierten Teilprozessen eingesetzt, bei denen Zustände sicher ausgewertet und Funktionen reproduzierbar ausgelöst werden müssen. Typische Beispiele sind Handhabungseinheiten, Fördertechnik, Dosier- und Zuführsysteme, Prüfstände, Sondermaschinen oder Peripheriemodule an Produktionsanlagen. Auch in kompakten Geräten oder dezentralen Funktionsmodulen kommen sie zum Einsatz, etwa für Sequenzen, Freigaben, Grenzwertüberwachung oder die Ansteuerung von Antrieben und Ventilen.
Ausprägungen nach Aufbau und Funktionsumfang
Elektronische Steuerungen können als fest aufgebaute Gerätesteuerung, als modulare Baugruppe im Schaltschrank oder als integrierte Platinenlösung ausgeführt sein. Je nach Anwendung reicht der Funktionsumfang von einfacher Signalverknüpfung bis zu komplexeren Ablaufsteuerungen mit Parametrierung, Diagnose und Kommunikationsschnittstellen. Technisch lassen sich unter anderem analoge, digitale oder gemischte Konzepte unterscheiden. Ebenfalls relevant sind die Anzahl der Ein- und Ausgänge, die Schnittstellen zu Sensorik und Aktorik, die Umgebungsbedingungen sowie die Einbindung in übergeordnete Systeme.
Abgrenzung zu SPS, elektrischen und prozessbezogenen Steuerungen
Elektronische Steuerungen sind der Oberbegriff für steuernde Funktionen auf elektronischer Basis, jedoch nicht gleichbedeutend mit allen benachbarten Steuerungsarten. Elektrische Steuerungen umfassen auch klassische verdrahtete Lösungen mit Relais, Schützen und konventioneller Schalttechnik, während elektronische Steuerungen stärker auf elektronische Baugruppen und Halbleitertechnik beruhen. SPS-Steuerungen sind eine spezifische Unterform mit programmierbarer Logik und standardisierten Automatisierungsfunktionen. CNC-Steuerungen und NC-Steuerungen sind auf Werkzeugmaschinen und Bahnbewegungen ausgerichtet, Prozesssteuerungen auf kontinuierliche oder verfahrenstechnische Abläufe. Sicherheitssteuerungen wiederum dienen speziell der funktionalen Sicherheit und sind deshalb fachlich getrennt zu betrachten.