Funktion von Sicherheitssteuerungen in Maschinen
Eine Sicherheitssteuerung erfasst Signale aus sicherheitsbezogenen Sensoren und Eingabegeräten und steuert daraus abgeleitete Schutzreaktionen. Dazu gehören beispielsweise das sichere Stoppen von Bewegungen, das Sperren eines Wiederanlaufs oder die Freigabe einzelner Maschinenfunktionen nur unter definierten Bedingungen. Sie bildet damit die logische Ebene zwischen Schutzeinrichtungen und den Antrieben, Ventilen oder Schützen, die eine gefährliche Bewegung beeinflussen.
Typische Einsatzbereiche in automatisierten Anlagen
Sicherheitssteuerungen werden dort eingesetzt, wo Personen mit bewegten Maschinenteilen, Werkzeugen, Achsen oder Förderstrecken in Berührung kommen können. Typische Anwendungen finden sich in Fertigungszellen, Robotik, Montageanlagen, Fördertechnik, Bearbeitungsmaschinen oder verketteten Produktionslinien. Relevant sind sie besonders bei Anlagen mit mehreren Zugängen, verschiedenen Betriebsarten oder abgestuften Eingriffsmöglichkeiten für Bedienung, Einrichtung und Wartung.
Ausprägungen und Integrationsformen
Je nach Aufbau der Maschine kommen kompakte Sicherheitssteuerungen, modulare Systeme oder in grössere Steuerungsarchitekturen eingebundene Sicherheitslösungen zum Einsatz. Die Einbindung kann zentral im Schaltschrank oder dezentral über verteilte Ein- und Ausgänge erfolgen. In der Praxis unterscheiden sich Systeme unter anderem darin, wie viele sichere Ein- und Ausgänge benötigt werden, wie komplex die Sicherheitslogik ist und ob einzelne Bereiche einer Anlage getrennt behandelt werden sollen.
Abgrenzung zu SPS, Sicherheitsgeräten und Sensorik
Sicherheitssteuerungen gehören innerhalb der Maschinensteuerung zur sicherheitsbezogenen Logik und sind von der eigentlichen Ablauf- oder Prozesssteuerung zu unterscheiden. Eine SPS-Steuerung, CNC-Steuerung oder Prozesssteuerung regelt primär den Betrieb der Maschine, während die Sicherheitssteuerung Schutzfunktionen bewertet und auslöst. Lichtgitter, Lichtschranken, Schaltmatten oder Zweihandschaltungen sind dabei nicht die Sicherheitssteuerung selbst, sondern liefern Eingabesignale oder bilden einzelne Schutzkomponenten. Sicherheitsgeräte und Überwachungsgeräte übernehmen oft klar abgegrenzte Einzelaufgaben, während Sicherheitssteuerungen mehrere Schutzfunktionen in einer gemeinsamen Logik zusammenführen.