Wie fluidische Steuerungen funktionieren
Bei fluidischen Steuerungen dient ein Fluid als Signal- und Wirkungsträger. Steuerbefehle entstehen durch Druckänderungen, Strömungsverhalten oder definierte Schaltzustände von Ventilen und werden an nachgelagerte Funktionen weitergegeben. Je nach Aufbau können damit einfache Freigaben, Verzögerungen, Verriegelungen oder Folgeabläufe ohne komplexe elektrische Signalverarbeitung umgesetzt werden.
Einsatz in Maschinen, Vorrichtungen und Prozessschritten
Fluidische Steuerungen werden in technischen Anlagen eingesetzt, wenn robuste und klar definierte Steuerfolgen gefragt sind oder wenn elektrische Komponenten nur eingeschränkt verwendet werden sollen. Typische Anwendungen sind Spann- und Handhabungsvorrichtungen, Takt- und Vorschubbewegungen, Sicherheitsverriegelungen auf Medienbasis sowie einzelne Funktionen in Verpackungs-, Montage- oder Fördertechnik. Auch als Teil einer hybriden Maschinensteuerung kommen sie vor, etwa für klar abgegrenzte Teilprozesse.
Typische Ausprägungen und funktionale Elemente
Ausgeführt werden fluidische Steuerungen mit Schalt-, Sperr-, Drossel- und Wegefunktionen sowie mit Zeitgliedern, Speicher- oder Verknüpfungselementen. Je nach System arbeiten sie binär schaltend oder mit kontinuierlicher Beeinflussung von Druck und Durchfluss. Die konkrete Ausprägung richtet sich nach Medium, Reaktionsverhalten, Genauigkeitsanforderung und Einbausituation im Maschinenbau.
Abgrenzung zu hydraulischen, pneumatischen und elektrischen Steuerungen
Fluidische Steuerungen beschreiben das Steuerprinzip über ein Medium und sind damit breiter gefasst als rein hydraulische oder rein pneumatische Steuerungen, die jeweils auf ein bestimmtes Medium und dessen typische Einsatzlogik ausgerichtet sind. Gegenüber elektrischen, elektronischen oder SPS-Steuerungen steht nicht die programmierte Signalverarbeitung im Vordergrund, sondern die Umsetzung von Funktionen über das Verhalten des Fluids und die Anordnung der Steuerorgane. Innerhalb der Hierarchie unter "Steuerung" sind sie daher als eigenständiger Ansatz zur Signal- und Ablaufsteuerung einzuordnen.