Was Schiebelehren messen
Eine Schiebelehre besteht aus einem festen und einem verschiebbaren Messschenkel mit Skala oder Anzeige. Damit lassen sich Aussenabmessungen wie Durchmesser und Breiten, Innenabmessungen von Bohrungen oder Nuten sowie Tiefen über den Tiefenmassstab erfassen. Je nach Ausführung können auch Stufenmasse gemessen werden. Schiebelehren eignen sich für prüfende Messungen direkt am Werkstück, wenn verschiedene Messaufgaben mit einem einzigen Instrument abgedeckt werden sollen.
Typische Einsatzbereiche in Werkstatt und Prüfung
In der Metallbearbeitung werden Schiebelehren unter anderem für Zuschnittkontrollen, die Prüfung bearbeiteter Kanten, das Messen von Bohrungsdurchmessern, Materialstärken und Nutbreiten sowie für einfache Tiefenmessungen verwendet. Sie sind in Einzelteilfertigung ebenso gebräuchlich wie bei Serienkontrollen und in der Instandhaltung. Auch im Wareneingang dienen sie zur schnellen Prüfung angelieferter Teile auf massliche Plausibilität. Der Einsatz erfolgt meist dort, wo eine flexible Messung wichtiger ist als eine auf einen einzigen Nennwert ausgelegte Prüflehre.
Ausführungen und Ablesearten
Schiebelehren sind in unterschiedlichen Bauformen erhältlich, etwa als klassische Nonius-Schiebelehre, mit Ziffernanzeige oder mit digitaler Anzeige. Je nach Messaufgabe unterscheiden sie sich zudem in Messbereich, Bauform der Messschenkel und Eignung für Innen-, Aussen- oder Tiefenmessungen. Für spezielle Werkstückformen kommen angepasste Spitzen, verlängerte Schenkel oder schmale Messflächen in Frage. Die Wahl der passenden Ausführung richtet sich nach Zugänglichkeit der Messstelle, geforderter Ablesbarkeit und dem üblichen Einsatzumfeld in Produktion oder Messraum.
Abgrenzung zu Mikrometern, Tiefenmessgeräten und Lehren
Schiebelehren sind universeller einsetzbar als viele andere Messmittel derselben Kategorie, erreichen jedoch nicht in jedem Fall die gleiche Spezialisierung. Mikrometer werden verwendet, wenn kleine Abmessungen mit höherer Messfeinheit an klar definierten Messstellen erfasst werden sollen. Tiefenmasse und Tiefenmessgeräte sind auf Tiefenmessungen ausgelegt und bieten dafür eine gezieltere Bauform. Lehren, Rachenlehren oder Messdorne dienen dagegen meist der schnellen Gut-Schlecht-Prüfung oder der Kontrolle bestimmter Nennmasse, ohne ein variables Mass direkt abzulesen.