Was zu schadstoffbelasteten Erdmaterialien gehört
Gemeint sind natürliche oder erdähnliche Materialien wie Boden, Untergrund, Aushub und Lockergestein, die mit Schadstoffen verunreinigt sind. Die Belastung kann etwa durch frühere industrielle Nutzung, undichte Anlagen, Ablagerungen oder andere Einträge entstanden sein. Im Unterschied zu unbelastetem Aushub reicht hier eine reine Materialverschiebung nicht aus; erforderlich sind eine fachliche Beurteilung und eine Entsorgung nach Materialqualität.
Typische Anfallstellen bei Bau und Altlastensanierung
Belastete Erdmaterialien fallen häufig bei Baugruben, Werkleitungsgräben, Geländeanpassungen und Flächensanierungen an. Auch auf ehemaligen Gewerbe-, Industrie- oder Verkehrsflächen kann der Untergrund verunreinigt sein. In solchen Projekten ist die Trennung von sauberem und belastetem Material auf der Baustelle wesentlich, damit Mengen, Transportwege und Entsorgungswege korrekt zugeordnet werden können.
Untersuchung, Deklaration und Entsorgungswege
Vor der Annahme wird das Material in der Regel nach Herkunft, Zusammensetzung und Belastung eingestuft. Dazu gehören je nach Situation Beprobung, Analytik, Deklaration und die Zuordnung zu einer geeigneten Anlage. Je nach Schadstoffgehalt kommen Aufbereitung, Behandlung oder die Ablagerung in dafür zugelassenen Deponien infrage. Vermischungen mit anderen Abfällen erschweren die Einstufung und können den Entsorgungsweg verändern.
Abgrenzung zu Baurestmassen, Asbest und Chemikalien
Schadstoffbelastete Erdmaterialien sind von belasteten Baurestmassen zu unterscheiden: Erdmaterial stammt aus Boden und Untergrund, Baurestmassen aus Beton, Mauerwerk oder ähnlichen Baustoffen. Auch Asbest, Altöl oder Chemikalien werden nicht dieser Kategorie zugeordnet, weil sie eigene Stoffgruppen und Entsorgungsanforderungen haben. Gegenüber Strassenaufbruch oder zementgebundenen Materialien steht hier der verunreinigte mineralische Untergrund im Vordergrund.