Was Sterilfilter in Getränkeprozessen leisten
Sterilfilter sind auf die mikrobiologische Filtration ausgelegt. Sie entfernen oder reduzieren Keime aus Produktströmen oder aus prozessrelevanten Gasen, soweit dies durch das jeweilige Filtermedium und die Prozessführung vorgesehen ist. In Getränkeanlagen werden sie meist als Endfiltration eingesetzt, nachdem vorgelagerte Stufen Partikel und Trubstoffe bereits weitgehend reduziert haben. Für den hygienischen Betrieb sind neben dem Filterelement auch Gehäuseausführung, Dichtungen, Reinigbarkeit und die Möglichkeit zur Integritätsprüfung relevant.
Typische Einsatzstellen in Getränkeherstellung und Anlagenbau
Sterilfilter kommen vor allem dort zum Einsatz, wo das filtrierte Medium unmittelbar mit dem Produkt oder mit produktberührten Anlagenteilen in Kontakt steht. Typische Anwendungen sind die Endfiltration von Getränken vor der Abfüllung, die Filtration von Wasser für hygienische Prozessschritte sowie die sterile Filtration von Druckluft oder Gasen. Auch bei Tankentlüftungen und anderen geschlossenen Systemen werden entsprechende Filter eingesetzt, wenn ein mikrobiologischer Eintrag aus der Umgebung vermieden werden soll. Welche Auslegung geeignet ist, hängt vom Medium, von der Temperatur, vom Druck und von den Reinigungsabläufen ab.
Ausführungen und prozessrelevante Merkmale
Sterilfilter unterscheiden sich unter anderem nach Einsatzmedium, Filtermaterial, Bauform und Einbausituation. In der Praxis werden sie als austauschbare Filterelemente in hygienischen Gehäusen integriert; je nach Prozess sind Flüssigkeits- und Gasfiltration unterschiedlich ausgelegt. Relevante Merkmale sind die chemische und thermische Beständigkeit, die Eignung für CIP- oder SIP-Prozesse, die Druckverluste im Betrieb sowie die dokumentierbare Integrität nach Reinigung oder Produktwechsel. Bei höherer Partikelbelastung wird der Sterilfilter oft durch Vorfiltration entlastet, damit Standzeit und Prozessstabilität erhalten bleiben.
Abgrenzung zu Membranfiltern, Tiefenfilterkerzen und Belüftungsfiltern
Innerhalb der Hierarchie unter «Filter» bezeichnet Sterilfilter keine beliebige Feinfiltration, sondern eine auf mikrobiologische Anforderungen ausgelegte Filterstufe. Membranfilter sind die technische Grundlage vieler Sterilfilter, jedoch ist nicht jeder Membranfilter automatisch als Sterilfilter für hygienisch kritische Prozesse ausgelegt. Tiefenfilterkerzen dienen eher der Vorfiltration und dem Rückhalt von Partikeln oder Trub, nicht der abschliessenden mikrobiologischen Absicherung. Belüftungsfilter beziehen sich auf Luft- oder Gasströme an Behältern und Apparaten; ein Sterilfilter kann dafür eingesetzt werden, der Begriff beschreibt jedoch die hygienische Funktion und nicht nur die Einbaustelle. Gegenüber Kieselgurfiltern, Schichtenfiltern oder Rückspülfiltern steht beim Sterilfilter weniger die Trubabtrennung als die kontrollierte Keimrückhaltung im Vordergrund.