Geometrien und Ablauf beim Unrundschleifen
Beim Unrundschleifen wird keine konstante Kreisform erzeugt, sondern eine gezielt wechselnde Kontur entlang des rotierenden Werkstücks. Dazu werden Werkstückbewegung und Schleifbewegung so aufeinander abgestimmt, dass unterschiedliche Radien, Exzentrizitäten oder hubartige Verläufe reproduzierbar entstehen. Entscheidend sind die genaue Lage der Kontur zur Bezugsachse, saubere Übergänge zwischen den Funktionsbereichen und eine stabile Prozessführung über den gesamten Umfang.
Typische Werkstücke mit exzentrischen oder nockenartigen Flächen
Das Verfahren wird für Bauteile eingesetzt, deren Mantelfläche nicht rund, aber dennoch klar funktionsgebunden ist. Dazu gehören etwa Exzenterwellen, Nocken, versetzte Lagerstellen oder andere Drehteile mit definiertem Konturverlauf am Umfang. Solche Geometrien finden sich unter anderem im Maschinenbau, in Antriebskomponenten, in Dosiersystemen oder in Sonderkonstruktionen mit bewegungsführenden Elementen.
Konturmerkmale, Bezugssysteme und Bearbeitungsanforderungen
Beim Unrundschleifen kommt es nicht nur auf Mass und Rauheit an, sondern auch auf die korrekte Phasenlage und den exakten Bezug der Kontur zur Werkstückachse oder zu definierten Spann- und Messbezügen. Bearbeitet werden können einfache Exzenterformen ebenso wie mehrhubige oder kombinierte Konturen mit Rund- und Unrundbereichen. Für die Fertigung relevant sind deshalb vollständige Zeichnungsangaben zur Kontur, zu den Bezugsflächen, zu Übergangsradien und gegebenenfalls zur Wärmebehandlung des Werkstücks.
Abgrenzung zu Aussenrund-, Profil- und Polygonschleifen
Im Unterschied zum Aussenrundschleifen oder Innenrundschleifen steht beim Unrundschleifen gerade nicht die perfekte Kreisform im Vordergrund, sondern eine definierte Abweichung davon. Gegenüber dem Profilschleifen liegt der Schwerpunkt hier auf der Umfangskontur eines rotierenden Werkstücks und nicht auf dem blossen Übertragen eines Schleifscheibenprofils auf eine einzelne Fläche. Zum Polygonschleifen bestehen je nach Geometrie Berührungspunkte, polygonale oder kantenbetonte Formen werden jedoch in der Regel separat betrachtet. Auch zum Kurvenschleifen kann es Überschneidungen geben; als Unrundschleifen werden meist Arbeiten bezeichnet, bei denen die nicht kreisförmige Umfangsgeometrie das Werkstück funktional bestimmt.