Was beim Zentrumschleifen bearbeitet wird
Beim Zentrumschleifen werden vorhandene Zentrierbohrungen oder Zentriersitze nachgeschliffen oder neu hergestellt. Ziel ist eine saubere, geometrisch definierte Aufnahme für die Bearbeitung zwischen Spitzen. Dadurch entstehen belastbare Bezugspunkte, die für präzise Dreh-, Schleif- oder Messprozesse genutzt werden können. Das Verfahren ist auf die Funktion der Zentrierung ausgerichtet und nicht auf die Bearbeitung der eigentlichen Mantelfläche des Werkstücks.
Typische Werkstücke und Fertigungssituationen
Zentrumschleifen wird vor allem bei längeren oder schlanken Werkstücken eingesetzt, die bei der Bearbeitung sicher geführt werden müssen. Dazu gehören unter anderem Wellen, Spindeln, Achsen oder gehärtete Präzisionsteile. Die Bearbeitung kann vor einem Aussenrundschleifprozess erfolgen, nach thermischer Behandlung erforderlich werden oder bei beschädigten Zentrierstellen zur Wiederherstellung dienen. Relevant ist das Verfahren überall dort, wo die Qualität der Zentrierung die Genauigkeit der Folgebearbeitung beeinflusst.
Ausführungen und Bearbeitungsfälle
In der Praxis reicht das Spektrum vom Nacharbeiten bestehender Zentren bis zur vollständigen Neubearbeitung an beiden Werkstückseiten. Je nach Bauteilzustand stehen Rohteilbearbeitung, Feinbearbeitung oder die Korrektur verschlissener Zentrierungen im Vordergrund. Auch die Bearbeitung gehärteter Werkstücke ist ein typischer Anwendungsfall, wenn Drehen oder Bohren nicht mehr geeignet ist. Entscheidend ist stets, dass die Zentrierstellen zur späteren Spannung und zur geforderten Genauigkeit des Bauteils passen.
Abgrenzung zu anderen Schleifverfahren
Zentrumschleifen ist innerhalb der Schleifverfahren eine vorbereitende oder wiederherstellende Bearbeitung an den Zentrierpunkten des Werkstücks. Im Unterschied zum Aussenrundschleifen wird nicht die zylindrische Aussenfläche fertigbearbeitet. Gegenüber dem Innenrundschleifen steht nicht die Innenkontur, sondern die Zentrieraufnahme an Stirnseiten im Fokus. Vom Centerlessschleifen grenzt sich das Verfahren klar ab, da dort bewusst ohne Spannung zwischen Spitzen gearbeitet wird.