Was unter Kat. 8 eingeordnet wird
Kat. 8 erfasst Abfälle mit Bezug zu organisch-chemischen Herstell- und Verfahrensschritten. Gemeint sind prozessbedingte Reststoffe aus Reaktionen, Trennungen, Reinigungen oder Aufarbeitungen, sofern sie nicht klar einer anderen Sonderabfallkategorie zuzuordnen sind. Typisch sind Stoffgemische mit organischen Bestandteilen, veränderte Reaktionsansätze, belastete Rückstände aus Syntheseschritten oder nicht weiter verwendbare Zwischenprodukte.
Typische Anfallstellen in Betrieb, Pilotanlage und Labor
Solche Abfälle entstehen in chemischen Produktionsbetrieben, bei der Herstellung organischer Zwischenprodukte, in Pilotanlagen sowie in Entwicklungs- und Analytiklaboren. Auch Scale-up-Versuche, Chargenwechsel, Anfahr- und Abfahrprozesse oder die Aufarbeitung nach fehlgeschlagenen Reaktionen können zu Kat.-8-Abfällen führen. Entscheidend ist weniger die Betriebsgrösse als der Zusammenhang mit einem organisch-chemischen Verfahren.
Deklaration, Stoffdaten und Annahmekriterien
Empfängerbetriebe für Sonderabfälle benötigen für diese Kategorie in der Regel eine nachvollziehbare Deklaration des Stoffgemischs. Relevant sind bekannte Hauptbestandteile, physikalischer Zustand, Herkunft aus dem Prozess, mögliche Verunreinigungen, Reaktivität sowie Angaben zu Entzündbarkeit, Korrosivität oder anderer Gefährdung. Bei unbekannter oder stark schwankender Zusammensetzung können zusätzliche Abklärungen nötig sein, weil Lagerung, Transport und Behandlung direkt davon abhängen.
Abgrenzung zu anderen Sonderabfallkategorien
Kat. 8 ist innerhalb der Empfängerbetriebe für Sonderabfälle die Kategorie für Abfälle aus organisch-chemischen Verfahren. Reine oder klar dominierende Lösemittelabfälle werden je nach Zusammensetzung eher Kat. 2 zugeordnet, während flüssige oder schlammige anorganische Abfälle aus chemischen Behandlungen in Kat. 9 fallen. Ausschusswaren oder Fehlchargen können je nach Art des Materials auch unter Kat. 13 eingeordnet werden. Die Zuordnung richtet sich deshalb nicht nur nach dem Aggregatzustand, sondern vor allem nach Entstehung und Stoffcharakter.