Wie Drehdurchführungen Medien in rotierende Systeme einleiten
Eine Drehdurchführung stellt die Übergabestelle zwischen einer ruhenden Versorgung und einem rotierenden Verbraucher her. Über sie lassen sich beispielsweise Wasser, Thermoöl, Druckluft, Vakuum oder andere Prozessmedien führen, ohne dass starre Leitungen mitgedreht werden müssen. Technisch bestehen solche Einheiten aus einem rotierenden und einem stehenden Teil sowie einem Dichtsystem, das die Medienführung trotz Bewegung trennt und abdichtet. Je nach Bauart kann die Durchströmung in eine Richtung oder als Zu- und Rücklauf erfolgen.
Einsatz in Extrusion, Folien- und Walzenanlagen
In der Kunststoffbranche werden Drehdurchführungen dort eingesetzt, wo rotierende Komponenten temperiert, beaufschlagt oder abgesaugt werden. Typische Beispiele sind Walzen in Folien-, Bahn- oder Kalandrierprozessen, Trommeln, Wickelaggregate oder drehende Form- und Werkzeugteile. Auch bei Anlagen mit rotierenden Kühl- oder Heizzonen werden sie verwendet, wenn das Medium kontinuierlich ein- und austreten muss. Der konkrete Einsatz hängt davon ab, ob Wärme übertragen, Druck aufgebaut oder ein Vakuum an einer rotierenden Einheit gehalten werden soll.
Bauarten nach Medium, Kanalzahl und Dichtprinzip
Drehdurchführungen sind als Ein- oder Mehrkanalsysteme erhältlich, je nachdem ob ein einzelnes Medium oder mehrere Medien getrennt geführt werden müssen. Die Auslegung unterscheidet sich zudem nach Medium, etwa für Kühlwasser, Heissmedien, Luft oder Vakuum. Relevante Auswahlkriterien sind unter anderem Anschlusslage, Werkstoff, Dichtungspaarung, zulässige Betriebsbedingungen und die Frage, ob Leckage kontrolliert abgeführt werden soll. Bei kompakter Bauweise oder beengtem Einbauraum spielt auch die Einbindung in Wellen, Walzenzapfen oder angrenzende Lagerstellen eine Rolle.
Abgrenzung zu Schnellkupplungen, Dichtungselementen und Pumpen
Innerhalb des Bereichs Weiteres Zubehör sind Drehdurchführungen funktional klar von anderen Komponenten zu trennen. Im Unterschied zu Schnellkupplungen dienen sie nicht dem raschen Trennen und Verbinden von Leitungen, sondern der dauerhaften Medienübergabe an eine rotierende Schnittstelle. Gegenüber Dichtungselementen handelt es sich nicht um einzelne Dichtteile, sondern um komplette Baugruppen mit Gehäuse, Rotor und Dichtsystem. Von Pumpen oder Magnet-Ventilen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie Medien weder fördern noch schalten, sondern durch die Rotation hindurch führen.