Funktion der Spinndüse im Faserspinnprozess
Eine Spinndüse enthält eine definierte Anzahl sehr feiner Austrittsöffnungen, durch die das aufbereitete Polymer geführt wird. Beim Austritt entstehen einzelne Schmelze- oder Lösungsströme, die anschliessend zu Filamenten verfestigt und weiterverarbeitet werden. Die Düsenplatte bestimmt dabei wesentlich, wie gleichmässig die Einzelfäden austreten und in welcher Form sie gebildet werden.
Einsatz in der Herstellung von Filamenten und Faserbündeln
Spinndüsen werden in Anlagen eingesetzt, die kontinuierliche synthetische Fasern erzeugen. Typische Anwendungen liegen in Spinnlinien für Monofilamente, Multifilamente oder Vorstufen für Stapelfasern. Sie sind auf Prozesse ausgelegt, bei denen viele feine Einzelströme parallel und reproduzierbar erzeugt werden müssen.
Auslegungsmerkmale von Lochbild bis Austrittsgeometrie
Für die Auslegung sind unter anderem Lochzahl, Lochdurchmesser, Lochanordnung und die Form der Austrittsöffnungen relevant. Je nach gewünschter Fasercharakteristik kommen runde oder profilierte Geometrien in Betracht. Ebenso sind Oberflächenqualität, Fertigungsgenauigkeit sowie die Eignung für Reinigung und Medienwechsel praktische Kriterien bei der Auswahl.
Abgrenzung zu Extruderdüsen und anderem Zubehör
In der Hierarchie gehören Spinndüsen hier zum Bereich Weiteres Zubehör, weil sie als spezialisierte Komponente für Faserspinnanlagen eingesetzt werden. Von Düsen für Extruder unterscheiden sie sich durch ihre Aufgabe: Sie erzeugen viele feine Filamentströme statt Profile, Stränge oder andere Extrusionsquerschnitte. Gegenüber Abscheidern, Filtern und Sieben übernehmen sie keine Reinigungsfunktion, sondern die präzise Formgebung am Austritt.