Funktionsprinzip von Isolierkanalsystemen
Bei dieser Werkzeugbauart wird der Angusskanal so ausgelegt, dass sich an der Kanalwand eine erstarrte Randschicht bilden kann, während im Inneren Schmelze fuer den naechsten Schuss erhalten bleibt. Die noetige Waerme stammt nicht aus einer durchgehend aktiven Beheizung wie beim Heisskanal, sondern aus dem Zusammenspiel von Schmelzetemperatur, Kanalgeometrie und Werkzeugtemperierung. Entscheidend sind ein stabiler Materialfluss und eine reproduzierbare Abtrennung an der Anspritzstelle.
Einsatzbereiche im Spritzguss
Isolierkanalwerkzeuge werden dort eingesetzt, wo Angussabfall reduziert werden soll, ohne ein vollstaendig beheiztes Heisskanalsystem vorzusehen. Sie kommen vor allem bei wiederkehrenden Spritzgussprozessen mit gut beherrschbaren thermischen Randbedingungen in Betracht. Ob ein Artikel, eine Kavitaetszahl oder ein Kunststoff dafuer geeignet ist, haengt von Schmelzeverhalten, Temperaturfenster, Zyklusfuehrung und Bauteilgeometrie ab.
Konstruktive Auspraegungen und Auslegungsfragen
Die Auslegung betrifft unter anderem Kanalquerschnitte, Laengen, Verzweigungen, Anbindung an die Maschine sowie die Anschnittsituation an der Kavitaet. Bei Mehrfachwerkzeugen muss die Balance der Fliesswege besonders sorgfaeltig geplant werden. In der Praxis unterscheiden sich Isolierkanalwerkzeuge zudem nach Werkzeugaufbau, Wartungszugang und der Frage, wie empfindlich das System auf Prozessunterbrueche oder Materialwechsel reagiert.
Abgrenzung zu Kaltkanal, Heisskanal und anderem Zubehoer
Im Unterschied zum Kaltkanal entsteht kein klassischer, vollstaendig ausgeworfener Anguss bei jedem Zyklus. Gegenueber dem Heisskanal arbeitet der Isolierkanal nicht mit einer durchgehend aktiv beheizten Verteilung bis an jede Stelle des Systems. Innerhalb der Kunststoffbranche gehoert diese Leistung damit zu spezialisierten Werkzeugkonzepten fuer den Spritzguss und nicht zu Zubehoerteilen fuer die Extrusion wie Duesen fuer Extruder oder Schnecken und Zylinder.