Wie Gleitlacke als Funktionsschicht wirken
Gleitlacke werden auf eine vorbereitete Oberfläche aufgebracht und härten zu einer dünnen, haftenden Schicht aus. Diese Schicht soll die Reibungsverhältnisse an Kontaktflächen beeinflussen und den Lauf bewegter Bauteile gleichmässiger machen. Je nach System stehen dabei niedrige Reibung, verminderter Verschleiss, Trockenlauf-Eigenschaften oder eine definierte Oberflächenfunktion im Vordergrund. Entscheidend sind die Abstimmung auf den Untergrund und die Belastung im Betrieb.
Einsatz an Werkzeug- und Maschinenkomponenten
Im Umfeld der Kunststoffverarbeitung kommen Gleitlacke unter anderem an Führungen, Schiebern, Auswerfersystemen, bewegten Formkomponenten und anderen Gleitstellen zum Einsatz. Sie sind besonders dort relevant, wo Öl oder Fett unerwünscht sind, etwa wegen Verschmutzung, Staubbindung oder weil Schmierstellen nur schwer zugänglich sind. Auch an Handhabungs- und Vorrichtungsteilen können sie genutzt werden, wenn Bewegungen wiederholt und kontrolliert ablaufen müssen.
Auswahl nach Untergrund, Belastung und Schichtdicke
Die Auswahl eines Gleitlacks richtet sich nach Werkstoff, Flächenpressung, Bewegungsart, Temperaturbereich und Umgebungseinflüssen. Ebenso relevant sind die erforderliche Haftung auf dem Substrat, die zulässige Schichtdicke und die Verträglichkeit mit angrenzenden Werkstoffen oder Medien. In toleranzkritischen Bereichen muss die zusätzliche Schicht konstruktiv berücksichtigt werden. Vorbehandlung, Auftragsverfahren und Aushärtung beeinflussen die Funktion der Beschichtung wesentlich.
Abgrenzung zu Schmierstoffen und anderen Zubehörteilen
Innerhalb des Zubehörs sind Gleitlacke keine mechanischen Bauteile, sondern eine Oberflächenlösung für vorhandene Komponenten. Sie unterscheiden sich von Schmierstoffen dadurch, dass keine frei bewegliche Öl- oder Fettschicht eingesetzt wird, sondern eine fest gebundene Beschichtung. Von Gleitbolzen, Führungsbuchsen oder Lagern grenzen sie sich als Funktionsschicht statt als Norm- oder Konstruktionsteil ab. Im Vergleich zu Dichtungselementen erfüllen sie keine Abdichtungsaufgabe, sondern beeinflussen das Gleitverhalten.