Funktionsprinzip beim Auftragsschweissen
Beim Auftragsschweissen wird Werkstoff durch einen Schweissprozess auf die Oberfläche eines Grundwerkstoffs aufgebracht und metallurgisch gebunden. Ziel kann sein, Masse an einem Bauteil wiederherzustellen, die Geometrie lokal anzupassen oder die Oberfläche gegen Verschleiss, Korrosion oder andere Beanspruchungen auszulegen. Je nach Anforderung erfolgt der Aufbau einlagig oder mehrlagig.
Typische Einsatzfälle an Metallbauteilen
Das Verfahren wird unter anderem bei abgenutzten Wellen, Lagerstellen, Laufflächen, Kanten, Werkzeugteilen oder stark beanspruchten Maschinenkomponenten eingesetzt. Häufig geht es um die Instandsetzung verschlissener Bereiche, ohne das gesamte Teil zu ersetzen. Ebenso kann Auftragsschweissen bereits in der Fertigung genutzt werden, wenn einzelne Zonen eines Bauteils gezielt andere Oberflächeneigenschaften erhalten sollen als der Grundkörper.
Schichtaufbau, Zusatzwerkstoffe und Verfahrenswahl
Die Eigenschaften der aufgetragenen Schicht hängen vom Zusatzwerkstoff, der Schichtdicke, der Anzahl der Lagen und der Wärmeeinbringung ab. Verwendet werden je nach Aufgabe unterschiedliche Schweissverfahren und Zusatzmaterialien, etwa für zähe, korrosionsbeständige oder besonders verschleissfeste Schichten. In vielen Fällen folgt auf das Auftragsschweissen eine mechanische Nachbearbeitung, damit Masse, Form und Oberflächenqualität den Anforderungen entsprechen.
Abgrenzung zu anderen Schweissleistungen
Auftragsschweissen beschreibt in erster Linie den Zweck des Schweissens: den Materialauftrag auf ein vorhandenes Bauteil. Leistungen wie MIG-, MAG-, TIG- oder Plasmaschweissen benennen dagegen das eingesetzte Verfahren. Automatisches oder Roboter-Schweissen beschreibt die Art der Ausführung, nicht den Anwendungszweck. Gegenüber Hartauftrags-Schweissen ist Auftragsschweissen breiter gefasst, weil nicht nur harte Verschleissschichten, sondern auch Aufbau- und Funktionsschichten gemeint sein können.