Funktionsprinzip im Abwasserstrom
Ein Abwasserzerkleinerer reduziert die Grösse mitgeführter Feststoffe direkt im Medium. Ziel ist nicht die Abscheidung, sondern die mechanische Zerkleinerung, damit nachgelagerte Aggregate das Abwasser störungsärmer fördern oder behandeln können. Typische Störstoffe sind faserige, zähe oder sperrige Bestandteile, die sich in Laufrädern, Ventilen oder Engstellen festsetzen können.
Einbauorte in Pumpwerken, Schächten und Leitungen
Abwasserzerkleinerer werden meist an hydraulisch kritischen Stellen vorgesehen, etwa vor Pumpen, in Zuläufen zu Hebeanlagen, in Schächten oder in Druckleitungen. Sie kommen vor allem dort in Betracht, wo das Abwasser nicht nur Wasser, sondern auch belastende Feststoffanteile mitführt. In kommunalen und industriellen Anlagen dienen sie dazu, den Förderweg frei zu halten und wiederkehrende Störungen durch Verstopfungen zu begrenzen.
Bauformen und Auslegung nach Einbausituation
Die Ausführung richtet sich nach Medium, Einbaulage und Anlagenkonzept. Üblich sind Lösungen für offene Gerinne sowie für geschlossene Rohr- oder Druckleitungssysteme. Für die Auswahl relevant sind unter anderem Art und Menge der Feststoffe, Durchsatz, Zugänglichkeit für Wartung, Werkstoffe im Kontakt mit korrosiven Medien und die Einbindung in bestehende Pumpen- oder Leitungssysteme.
Abgrenzung zu Rosten, Pumpen und Schlammzerkleinerern
Abwasserzerkleinerer unterscheiden sich von Rosten oder Rechen dadurch, dass sie Stoffe nicht zurückhalten, sondern im Strom zerkleinern. Von Pumpen unterscheiden sie sich, weil sie keine eigentliche Förderaufgabe übernehmen, sondern die Fördertechnik schützen oder entlasten. Gegenüber Schlammzerkleinerern liegt der Fokus auf Abwasser mit mitgeführten Feststoffen; Schlammzerkleinerer sind eher auf konzentriertere oder prozessspezifische Schlammströme ausgelegt.