Aufgaben von Lagertanks im Anlagenprozess
Lagertanks puffern Stoffströme, gleichen zeitliche Schwankungen aus und stellen Medien für nachgelagerte Verfahrensschritte bereit. Sie können als Vorlagebehälter, Vorratsbehälter oder Zwischenspeicher ausgeführt sein. In verfahrenstechnischen Linien entkoppeln sie einzelne Aggregate wie Pumpen, Dosiersysteme oder Aufbereitungsstufen voneinander. Je nach Anwendung werden sie offen oder geschlossen betrieben und mit Anschlüssen für Befüllung, Entnahme, Entleerung, Messung oder Entlüftung ausgestattet.
Einsatzbereiche in Wasser-, Abwasser- und Schlammbehandlung
Typische Einsatzorte sind Aufbereitungsanlagen, Pumpwerke, Dosierstationen, Schlammbehandlung und betriebliche Speicherbereiche. Gelagert werden unter anderem Prozesswasser, Betriebsmedien, Fäll- und Flockungsmittel, Neutralisationschemikalien oder eingedickte Medien. In Abwasseranlagen dienen Lagertanks auch dazu, Stoffströme vorübergehend zurückzuhalten oder für eine kontrollierte Weiterbehandlung bereitzustellen. Welche Ausführung geeignet ist, hängt stark von Medium, Konzentration, Temperatur und Betriebsweise ab.
Bauarten, Werkstoffe und Auslegung
Lagertanks werden je nach Anforderung stehend oder liegend, oberirdisch oder erdeingebaut sowie einwandig oder doppelwandig ausgeführt. Als Werkstoffe kommen beispielsweise Stahl, Edelstahl, Kunststoffe oder Beton in Frage, sofern sie mit dem jeweiligen Medium verträglich sind. Für die Auslegung relevant sind Nutzvolumen, chemische Beständigkeit, Anschlussanordnung, Reinigbarkeit, Zugänglichkeit und Entleerbarkeit. In vielen Anwendungen werden zusätzlich Füllstandserfassung, Leckageüberwachung, Auffanglösungen oder Rühr- und Dosiertechnik vorgesehen.
Abgrenzung zu Pumpen, Rohrleitungen und Rührwerken
Lagertanks speichern Medien, während Pumpen Medien fördern und Rohrleitungen sie zwischen Anlagenteilen transportieren. Armaturen wie Absperrklappen, Absperrschieber, Ventile oder Kugelhahnen regeln oder sperren den Durchfluss, übernehmen aber keine Speicherfunktion. Rührwerke und Tauchrührwerke können in oder an einem Tank eingesetzt werden, um Inhalte zu mischen oder in Bewegung zu halten, ersetzen jedoch den Tank selbst nicht. Innerhalb der Hierarchie stehen Lagertanks damit für den stationären Behälterteil des Systems, ergänzt durch Förder-, Leitungs- und Armaturentechnik.