Funktion von Dichtungen in Leitungs- und Aggregatesystemen
Dichtungen stellen die Dichtheit zwischen zwei Bauteilen oder an bewegten Übergängen sicher. Sie verhindern Leckagen, halten Prozessdrücke innerhalb des Systems und reduzieren das Eindringen von Luft, Schmutz oder Fremdstoffen. In diesem Leistungsbereich geht es vor allem um Dichtelemente für Flansche, Gehäuse, Deckel, Verschraubungen und vergleichbare Verbindungen in förder- und verfahrenstechnischen Anlagen.
Typische Einsatzorte in der Wasser- und Abwassertechnik
Dichtungen kommen unter anderem an Rohrleitungsflanschen, Pumpengehäusen, Armaturen, Schachtbauteilen, Behälteranschlüssen sowie in Schlamm- und Dosierleitungen zum Einsatz. Je nach Anlagenteil müssen sie klares Wasser, Abwasser, Schlamm, chemisch konditionierte Medien oder gasförmige Stoffe sicher einschliessen. Relevant sind dabei auch Betriebszustände wie Unterdruck, wechselnde Druckbelastung, pulsierende Förderung oder häufige Wartungsöffnungen.
Bauformen und Werkstoffe je nach Medium und Belastung
Verwendet werden je nach Einbausituation Flachdichtungen, Formdichtungen, O-Ringe, Profildichtungen oder andere Dichtelemente. Die Werkstoffwahl richtet sich nach chemischer Beständigkeit, Temperaturbereich, Druck, Oberflächenqualität der Dichtflächen und mechanischer Beanspruchung beim Einbau. In Anlagen mit aggressiven Medien oder erhöhten Reinheitsanforderungen kommen häufig besonders beständige Elastomere oder PTFE-basierte Lösungen zum Einsatz.
Abgrenzung zu Gleitringdichtungen, Armaturen und Rohrkomponenten
Dichtungen sind keine eigenständigen Förder- oder Absperrorgane, sondern funktionale Elemente innerhalb von Verbindungen und Baugruppen. Sie unterscheiden sich damit von Rohrleitungen, Fittings, Ventilen, Absperrklappen oder Pumpen, die Medien führen, lenken oder absperren. Gegenüber Gleitringdichtungen ist der Begriff breiter: Gleitringdichtungen bezeichnen spezialisierte Wellenabdichtungen für rotierende Anwendungen und werden in dieser Hierarchie separat geführt.