Funktionsprinzip und Aufbau von Becherwerken
Ein Becherwerk nimmt Material im unteren Bereich auf, transportiert es über umlaufende Becher nach oben und gibt es im Kopfbereich wieder ab. Typische Baugruppen sind Fuss- und Kopfstation, Zugmittel, Becher sowie das Gehäuse. Je nach Ausführung erfolgt die Entleerung durch Fliehkraft oder durch geführtes Ausschütten. Das System ist auf vertikale Förderung ausgelegt und wird vor allem für körnige, rieselfähige oder stückige Schüttgüter verwendet.
Einsatz in Wasser-, Abwasser- und Schlammbehandlungsanlagen
Im Umfeld der Wasser- und Abwassertechnik kommen Becherwerke vor allem bei Hilfs- und Zuschlagstoffen sowie bei trockenen Reststoffen zum Einsatz. Typische Anwendungen liegen in der Beschickung von Silos, Dosieranlagen, Zwischenbehältern oder Aufbereitungsstufen mit Material, das nicht gepumpt wird. Auch in Anlagen mit begrenzter Grundfläche sind Becherwerke relevant, weil sie Höhe statt Länge für den Förderweg nutzen. Die konkrete Eignung hängt von Korngrösse, Feuchte, Abrasivität und Fliessverhalten des Förderguts ab.
Ausführungen nach Zugmittel, Bechern und Gehäuse
Becherwerke werden unter anderem als Gurt- oder Kettenbecherwerke ausgeführt. Die Wahl richtet sich nach Förderhöhe, Belastung, Temperaturbereich, Materialeigenschaften und Wartungskonzept. Zusätzlich unterscheiden sich die Anlagen bei Becherform, Becherabstand, Einlaufgestaltung und Gehäuseausführung. In anspruchsvollen Umgebungen können Werkstoffe, Dichtungen und Oberflächen auf Korrosion, Verschleiss oder Staubemissionen abgestimmt werden.
Abgrenzung zu Schneckenförderern, Trogkettenförderern und Pumpen
Becherwerke sind für den vertikalen Transport von Schüttgut ausgelegt und unterscheiden sich damit klar von Pumpen, die flüssige Medien fördern. Gegenüber Schneckenförderern eignen sie sich insbesondere für grössere vertikale Förderhöhen, während Schneckenförderer häufig für kürzere Strecken, Dosieraufgaben oder geneigte Förderung verwendet werden. Trogkettenförderer transportieren Schüttgut eher horizontal oder in moderater Neigung innerhalb eines geschlossenen Trogs. Im gleichen Hierarchiebereich stehen zudem Rührwerke, die Medien mischen oder in Bewegung halten, aber keine eigentliche Vertikalförderung übernehmen.