Was unter Korrosionsschutz in diesem Anlagenbereich zu verstehen ist
Korrosion entsteht, wenn Werkstoffe durch ihre Umgebung angegriffen und dadurch in ihrer Funktion oder Tragfähigkeit beeinträchtigt werden. In verfahrenstechnischen Anlagen betrifft das nicht nur frei zugängliche Metalloberflächen, sondern auch innenliegende Bereiche mit dauerhaftem Kontakt zu Wasser, Abwasser, Schlamm oder chemisch belasteten Medien. Korrosionsschutz umfasst deshalb die Auswahl geeigneter Werkstoffe ebenso wie Beschichtungen, Auskleidungen, konstruktive Massnahmen und den Schutz von Verbindungsstellen, Übergängen und Befestigungen.
Typische Einsatzorte bei Pumpen, Leitungen und Rührwerken
Korrosionsschutz wird überall dort relevant, wo Feuchtigkeit, wechselnde Medien oder belastete Atmosphären auf Anlagenkomponenten einwirken. Typische Einsatzorte sind Pumpensümpfe, Schächte, Druckleitungen, Behälteranschlüsse, Flansche, Tragkonstruktionen sowie Bauteile von Rührwerken und Hebeanlagen. Kritisch sind sowohl innen benetzte Flächen als auch Aussenbereiche mit Kondensat, Spritzwasser oder dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit. Je nach Einbausituation können auch schwer zugängliche Bereiche, Schweissnähte und Schnittkanten gesondert betrachtet werden.
Ausführungen und Schutzkonzepte
Zu den üblichen Ansätzen gehören korrosionsbeständige Werkstoffe, Oberflächenbeschichtungen, Auskleidungen, galvanische Überzüge und konstruktive Lösungen zur Vermeidung von Feuchtigkeitsnestern oder Materialpaarungen mit ungünstigem Korrosionsverhalten. Bei medienberührten Flächen werden Schutzsysteme nach chemischer Belastung, Temperatur und mechanischer Beanspruchung ausgewählt. In einzelnen Anwendungen kommen zudem elektrochemische Schutzverfahren in Betracht. Welche Ausführung geeignet ist, hängt von der Kombination aus Medium, Betriebsweise, Reinigungsverfahren und erwarteter Standzeit ab.
Abgrenzung zu Verschleissschutz, Dichtungen und ausgekleideten Leitungen
Korrosionsschutz behandelt den Angriff durch chemische oder elektrochemische Einflüsse. Davon zu unterscheiden ist Verschleissschutz, der auf Abrasion, Erosion oder mechanischen Materialabtrag ausgerichtet ist; in vielen Anlagen müssen beide Anforderungen gemeinsam betrachtet werden. Dichtungen und Gleitringdichtungen schützen primär einzelne Verbindungs- oder Dichtstellen, ersetzen aber kein durchgängiges Korrosionsschutzkonzept. Rohrleitungen mit PTFE-Auskleidung sind eine spezielle technische Ausführung für bestimmte Medien, während Korrosionsschutz den übergeordneten Schutzansatz für unterschiedliche Bauteile und Werkstoffe beschreibt.