Abdichtung rotierender Wellen in Pumpen und Rührwerken
Eine Gleitringdichtung ist eine dynamische Dichtung für Wellen, die sich gegenüber dem Gehäuse drehen. Ihre Dichtwirkung entsteht an zwei präzise aufeinanderliegenden Gleitringen, von denen einer mit der Welle mitläuft und der andere fest im Gehäuse sitzt. Federn, Elastomere oder metallische Sekundärdichtungen halten das System unter Anpressdruck und gleichen Bewegungen oder Verschleiss aus. Im Unterschied zu statischen Dichtungen dichtet sie keine ruhenden Flansch- oder Gehäuseverbindungen ab, sondern einen rotierenden Durchtritt.
Typische Einsatzbedingungen in der Wasser- und Abwassertechnik
In dieser Hierarchie treten Gleitringdichtungen vor allem an Pumpen, Tauchpumpen, Rührwerken und Hebeanlagen auf. Die Medien reichen von sauberem Wasser bis zu belasteten, faserhaltigen oder chemisch beanspruchenden Flüssigkeiten. Relevant sind dabei Temperatur, Druck, Trockenlauf, Feststoffanteile und die Schmierfähigkeit des Mediums. In aggressiven oder verschmutzten Anwendungen wird die Dichtungsauswahl oft mit Werkstoffwahl, Spülung oder zusätzlicher Sperrflüssigkeit kombiniert.
Ausführungen und konstruktive Varianten
Gebräuchlich sind einfach wirkende und doppelt wirkende Gleitringdichtungen sowie patronierte Systeme, bei denen die Dichtung vormontiert eingebaut wird. Je nach Anwendung kommen unbalancierte oder balancierte Bauarten, innenliegende oder außenliegende Anordnungen sowie verschiedene Werkstoffpaarungen der Gleitflächen zum Einsatz. Auch Sekundärdichtungen und metallische Bauteile werden an Medium und Betriebsumgebung angepasst. Welche Ausführung geeignet ist, hängt nicht nur vom Medium, sondern auch von Wellenbewegung, Einbauraum und Wartungskonzept ab.
Abgrenzung zu Dichtungen, Pumpen und Armaturen
Innerhalb der übergeordneten Gruppe Hebeanlagen, Leitungen, Pumpen und Rührwerke sind Gleitringdichtungen keine eigenständigen Förderaggregate, sondern funktionskritische Komponenten dieser Maschinen. Von der Geschwisterleistung Dichtungen unterscheiden sie sich durch ihren klaren Einsatz an rotierenden Wellen; allgemeine Dichtungen umfassen auch Flachdichtungen, O-Ringe oder statische Abdichtungen. Gegenüber Pumpen und Rührwerken beschreiben sie also nicht das Gerät selbst, sondern dessen Wellendichtung. Von Armaturen wie Absperrklappen, Absperrschiebern oder Ventilen grenzen sie sich ab, weil diese den Medienstrom steuern oder absperren, nicht aber eine Welle nach aussen abdichten.