Funktionsprinzip von Doppelwellen-Paddelmischern
Bei einem Doppelwellen-Paddelmischer rotieren zwei Wellen mit versetzt angeordneten Paddeln in einem gemeinsamen Trog oder Mischgehäuse. Das Material wird aufgenommen, umgewälzt und zwischen den Wellen wiederholt übergeben, wodurch eine intensive Quervermischung entsteht. Je nach Ausführung kann der Mischer für kontinuierliche Prozesse oder für chargenweises Arbeiten ausgelegt sein. In verfahrenstechnischen Linien dient er vor allem dort, wo eine reproduzierbare Mischung bei zähflüssigen, feuchten oder heterogenen Medien erforderlich ist.
Typische Anwendungen in der Schlamm- und Wasserbehandlung
Einsatzbereiche liegen vor allem in der Schlammkonditionierung, der Einmischung von Kalk, Flockungshilfsmitteln oder anderen Zuschlagstoffen sowie in der Homogenisierung von entwässerten oder eingedickten Medien. Auch bei der Aufbereitung von Reststoffen und bei Übergaben zwischen Entwässerung, Förderung und weiterer Behandlung werden Doppelwellen-Paddelmischer verwendet. Die Bauart ist besonders dann geeignet, wenn Stoffströme ungleichmässig anfallen oder wenn sich Materialeigenschaften während des Prozesses ändern.
Ausführungen nach Medium, Prozess und Einbau
Doppelwellen-Paddelmischer unterscheiden sich unter anderem in Geometrie, Paddelanordnung, Werkstoffwahl, Dichtkonzept und Austrag. Für abrasive, korrosive oder stark anhaftende Medien werden Ausführungen mit angepasstem Verschleiss- oder Korrosionsschutz eingesetzt. Je nach Anlage kann der Mischer offen oder gekapselt, horizontal eingebaut oder in eine bestehende Förder- und Dosierstrecke integriert sein. Relevante Auswahlkriterien sind Konsistenz des Mediums, gewünschte Verweilzeit, Reinigbarkeit sowie die Einbindung in vor- und nachgelagerte Aggregate.
Abgrenzung zu Rührwerken, Fördertechnik und Zerkleinerern
Im Unterschied zu Rührwerken und Tauchrührwerken arbeitet ein Doppelwellen-Paddelmischer nicht primär in einem Behälter mit flüssigem Medium, sondern in einem definierten Mischraum für feststoffhaltige, pastöse oder entwässerte Stoffe. Gegenüber Schneckenförderern oder Trogkettenförderern steht nicht der Transport über eine Strecke im Vordergrund, sondern die intensive Vermischung über die gesamte Querschnittsfläche. Von Schlammzerkleinerern und Abwasserzerkleinerern grenzt sich die Leistung dadurch ab, dass nicht das Zerschneiden oder Aufbrechen von Störstoffen, sondern das Homogenisieren und Konditionieren des Materials die Hauptfunktion ist.