Funktion von Rührwerken in der Wasser- und Abwasserbehandlung
Rührwerke erzeugen eine gezielte Umwälzung im Behälterinhalt. Dadurch lassen sich Sedimentation, Schwimmschichten und Konzentrationsunterschiede reduzieren. Je nach Prozess steht entweder das Homogenisieren, das Aufrechterhalten einer Suspension oder das Einmischen von Zuschlagstoffen im Vordergrund. Anders als Pumpen fördern Rührwerke das Medium in der Regel nicht über Leitungen, sondern beeinflussen die Strömung direkt im Behälter.
Typische Einsatzorte in Becken, Schächten und Behältern
Eingesetzt werden Rührwerke unter anderem in Ausgleichsbecken, Reaktionsbehältern, Schlammbehältern, Lagerbehältern und Vorlagen. Sie kommen dort zum Einsatz, wo sich Feststoffe absetzen könnten oder eine gleichmässige Verteilung von Inhaltsstoffen erforderlich ist. Auch bei chemischer Konditionierung oder bei Prozessen mit schwankender Zusammensetzung des Mediums ist eine kontrollierte Durchmischung relevant. In engen Schächten oder stark belasteten Medien sind die Randbedingungen für Antrieb, Lagerung und Werkstoffwahl besonders zu beachten.
Bauarten und technische Auslegung
Rührwerke unterscheiden sich unter anderem nach Einbaulage, Wellenführung, Antriebsanordnung und Rührorgan. Verbreitet sind langsam oder schneller laufende Systeme mit Propeller-, Flügel- oder anderen Rührorganen, abgestimmt auf Viskosität, Feststoffanteil und Behälterform. Für die Auslegung sind nicht nur Volumen und Medium massgebend, sondern auch Einbauten, gewünschte Strömungsrichtung, Aufenthaltszeit und Reinigungsanforderungen. Ebenso relevant sind Dichtkonzept, Korrosionsbeständigkeit und Zugänglichkeit für Wartung.
Abgrenzung zu Tauchrührwerken, Pumpen und Mischern
Innerhalb der Anlagentechnik sind Rührwerke als Oberbegriff von spezielleren Ausführungen zu unterscheiden. Tauchrührwerke sind für den vollständig eingetauchten Betrieb ausgelegt und werden typischerweise direkt im Becken montiert. Pumpen dienen dagegen primär dem Fördern eines Mediums zwischen Anlagenteilen. Von Doppelwellen-Paddelmischern grenzen sich Rührwerke dadurch ab, dass sie meist auf die Strömungsbildung in einem Behälter und nicht auf ein intensives Mischen in einer geschlossenen Mischkammer ausgelegt sind.