Funktion von Fittings in verfahrenstechnischen Rohrsystemen
Fittings übernehmen in Rohrleitungen keine Förder- oder Absperrfunktion, sondern bilden die konstruktiven Übergänge innerhalb des Systems. Dazu gehören Verbindungen zwischen geraden Rohrstrecken, Richtungswechsel, Abzweigungen, Reduktionen sowie Übergänge zwischen verschiedenen Anschlussarten oder Werkstoffen. In der Praxis müssen sie zur Nennweite, zum Druckniveau, zum Medium und zur Montageart der Anlage passen. Auch Korrosionsverhalten, Reinigbarkeit und Zugänglichkeit für Wartung sind bei der Auswahl relevant.
Typische Einbauorte in Wasser-, Abwasser- und Schlammanlagen
Fittings werden in Prozessleitungen, Pumpenanschlüssen, Dosierstrecken, Verteilleitungen und Nebensträngen eingesetzt. In Abwasseranlagen verbinden sie etwa Rohrabschnitte zwischen Schächten, Aggregaten und Behältern oder bilden Übergänge zwischen fest installierten Leitungen und auswechselbaren Komponenten. In der Schlammbehandlung kommen sie häufig dort vor, wo kompakte Einbausituationen, wechselnde Leitungsführungen oder unterschiedliche Rohrdurchmesser gelöst werden müssen. Bei chemisch belasteten Medien sind zudem materialgerechte Übergänge und dichte Verbindungen erforderlich.
Bauformen, Anschlussarten und Materialvarianten
Zu den üblichen Bauformen zählen Bögen, T-Stücke, Reduzierstücke, Muffen, Nippel, Verschraubungen, Flanschteile und Übergangsstücke. Je nach System werden sie geschraubt, geschweisst, geklebt, gesteckt oder geflanscht. Für die Werkstoffwahl kommen je nach Medium und Anlagenumgebung metallische oder kunststoffbasierte Ausführungen infrage. Entscheidend ist, dass der Fitting zur chemischen Belastung, zur mechanischen Beanspruchung und zum vorhandenen Rohrsystem passt.
Abgrenzung zu Ventilen, Dichtungen und Rohrleitungen
Fittings sind innerhalb der Hierarchie bei Leitungen, Pumpen und Rührwerken einzuordnen, weil sie Rohrsysteme geometrisch und konstruktiv verbinden. Im Unterschied zu Ventilen, Kugelhahnen, Absperrklappen oder Absperrschiebern regeln oder sperren sie den Durchfluss nicht. Von Dichtungen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie eigenständige Verbindungselemente sind und nicht nur eine Abdichtungsfunktion erfüllen. Gegenüber Abwasserrohren oder PTFE-ausgekleideten Rohrleitungen sind Fittings die ergänzenden Formstücke, mit denen ein Leitungssystem überhaupt erst aufgebaut und angepasst werden kann.