Wie Leckpruefungen an Kunststoffteilen ablaufen
Das Pruefteil wird in einer Aufnahme abgedichtet und mit einem Pruefmedium beaufschlagt, haeufig Luft oder Vakuum. Anschliessend misst die Anlage ueber eine definierte Zeit, ob sich der Druck veraendert oder ob ein messbarer Durchfluss auftritt. Aus diesen Messwerten wird beurteilt, ob das Teil die vorgegebene Dichtheitsanforderung erfuellt. Entscheidend sind dabei ein reproduzierbarer Spann- und Dichtaufbau, stabile Umgebungsbedingungen und eine zur Geometrie passende Pruefstrategie.
Typische Einsatzbereiche in der Kunststoffverarbeitung
Leckpruefanlagen werden fuer technische Formteile, Behaelter, Verschluesse, Tanks, Gehaeuse, Leitungen und andere Hohl- oder Fuelelemente eingesetzt. Geprueft werden unter anderem Schweissnähte, Steckverbindungen, Membranen, Dichtsitze und ganze Baugruppen mit Kunststoffanteil. In der Serienfertigung erfolgt die Pruefung oft als 100-Prozent-Kontrolle nach dem Spritzguss, nach dem Schweissen oder nach der Montage. Bei Verpackungen und Medien fuehrenden Komponenten dient sie dazu, Funktionsverluste, Kontamination oder spaetere Ausfaelle frueh zu erkennen.
Verfahren und Anlagenkonzepte
Verbreitet sind Druckabfallpruefung, Differenzdruckpruefung, Durchflusspruefung und Vakuumpruefung. Fuer sehr kleine Leckraten oder besondere Anforderungen kommen auch Verfahren mit Tracergasen in Frage. Anlagen koennen als Einzelstation, Mehrfachpruefplatz oder als integrierte Inline-Loesung mit Handhabung und Ausschleusung aufgebaut sein. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach Leckgrenze, Bauteilvolumen, Taktzeit, Pruefmedium und der Frage, ob das Teil trocken, offen, verschlossen oder bereits montiert geprueft wird.
Abgrenzung zu anderer Mess- und Prueftechnik
Leckpruefanlagen pruefen die Dichtheit eines konkreten Bauteils oder Systems. Sie unterscheiden sich damit von Dichte-Messgeraeten, die Material- oder Stoffeigenschaften erfassen, sowie von Durchflussmessgeraeten oder Druckaufnehmern, die primaer Prozesswerte in Leitungen und Anlagen messen. Gegenueber Oberflaechen-Inspektionsgeraeten erfassen sie keine sichtbaren Fehlerbilder, sondern funktionale Undichtheiten. Im Unterschied zu Auswurfkontrollgeraeten fuer Spritzautomaten pruefen sie nicht die Teilentnahme oder Teilepraesenz, sondern die Dichtheit des gefertigten Produkts.