Taupunkt als Messgrösse in Gasen
Der Taupunkt beschreibt die Temperatur, bei der in einem Gas enthaltene Feuchtigkeit zu kondensieren beginnt. Taupunktmessgeräte bestimmen damit nicht direkt die Materialfeuchte eines Kunststoffs, sondern den Feuchtegehalt der umgebenden oder geführten Luft. Je tiefer der Taupunkt, desto trockener ist das Gas. In technischen Anlagen dient dieser Wert zur Beurteilung, ob Prozessluft oder Druckluft für einen bestimmten Einsatz ausreichend trocken ist.
Typische Anwendungen in Trocknung und Druckluft
In der Kunststoffbranche werden Taupunktmessgeräte häufig an Trockenlufttrocknern, Materialtrocknungssystemen und Druckluftleitungen eingesetzt. Sie helfen dabei, die Qualität der Trocknungsluft bei hygroskopischen Kunststoffen zu überwachen und Abweichungen im Luftaufbereitungsprozess zu erkennen. Auch in Druckluftsystemen ist der Taupunkt relevant, wenn Feuchtigkeit Kondensation, Störungen oder Qualitätseinflüsse in pneumatisch betriebenen Prozessen begünstigen kann.
Stationäre und mobile Ausführungen
Taupunktmessgeräte sind als fest installierte Messumformer für die laufende Anlagenüberwachung oder als mobile Geräte für Stichproben und Serviceeinsätze erhältlich. Je nach Ausführung werden sie direkt in Leitungen, an Trocknern oder an Prüfanschlüssen eingesetzt. Bei Druckluft ist zudem zu unterscheiden, ob ein Gerät für Messungen unter Betriebsdruck ausgelegt ist und ob der ausgewiesene Wert als Drucktaupunkt oder auf andere Bezugsbedingungen bezogen wird.
Abgrenzung zu Feuchtemessgeräten und verwandter Messtechnik
Innerhalb der Messtechnik und Prüftechnik beziehen sich Taupunktmessgeräte auf gasförmige Medien. Feuchtemessgeräte erfassen dagegen oft die Feuchte von Materialien, Oberflächen oder der Umgebungsluft und sind deshalb nicht gleichbedeutend. Auch Temperaturmessgeräte, Durchflussmessgeräte oder Sauerstoffmessgeräte erfassen andere Prozessgrössen. Taupunktmessgeräte ergänzen diese Systeme, ersetzen sie aber nicht.