Welche Messaufgabe Sauerstoffmessgeräte abdecken
Diese Geräte bestimmen die Sauerstoffkonzentration in Luft, Schutzgasen oder Prozessgasen. Je nach Ausführung erfolgt die Messung kontinuierlich in einer Leitung, über eine Probenahme oder mobil an wechselnden Messpunkten. In der Praxis reicht die Anwendung von der Überwachung normaler Umgebungswerte bis zur Erfassung sehr niedriger Restsauerstoffgehalte in inertisierten Bereichen.
Typische Anwendungen in der Kunststoffverarbeitung
Sauerstoffmessgeräte werden dort eingesetzt, wo Oxidation vermieden oder definierte Gasbedingungen eingehalten werden sollen. Das betrifft unter anderem Extrusions- und Compoundierprozesse mit Schutzgas, geschlossene Trocknungs- oder Förderstrecken, Lager- und Prozessbehälter sowie Prüfaufbauten im Labor. Auch bei der Bewertung von Dichtheit oder Spülvorgängen kann die gemessene Sauerstoffkonzentration als Prozessindikator dienen.
Geräteausführungen und Auswahlkriterien
Unterschieden wird unter anderem zwischen tragbaren und stationären Geräten, zwischen punktueller und kontinuierlicher Messung sowie nach dem zugrunde liegenden Messprinzip. Für die Auswahl sind der benötigte Messbereich, die Querempfindlichkeit gegenüber anderen Gasen, Druck- und Temperaturbedingungen sowie die Kalibrierbarkeit relevant. Bei anspruchsvollen Prozessgasen kann zusätzlich eine geeignete Probenaufbereitung erforderlich sein.
Abgrenzung innerhalb der Messtechnik und Prüftechnik
Sauerstoffmessgeräte gehören innerhalb der Messtechnik und Prüftechnik zur Gasanalyse. Im Unterschied zu Durchflussmessgeräten erfassen sie nicht die Menge eines Gasstroms, sondern dessen Zusammensetzung. Gegenüber Taupunktmessgeräten steht nicht die Feuchte im Vordergrund, und im Unterschied zu Druckaufnehmern wird kein mechanischer Prozesswert gemessen. Als spezifische Messaufgabe sind sie enger gefasst als allgemeine Mess-, Regel- und Steuergeräte.