Steuerungslogik für definierte Prozess- und Prüfabläufe
Unter Programm-Steuerungen werden frei parametrierbare oder programmierbare Steuerungen verstanden, die Ein- und Ausgangssignale nach festgelegter Logik verarbeiten. In der Kunststoffbranche betrifft das sowohl Maschinenfunktionen als auch Prüf- und Überwachungsaufgaben. Typisch sind die Auswertung digitaler und analoger Signale, die Verknüpfung mehrerer Bedingungen sowie das Ansteuern von Aktoren, Meldungen oder Sperrfunktionen. Häufig kommen solche Lösungen als SPS oder als anwendungsspezifisch programmierte Steuerungseinheiten zum Einsatz.
Einsatz an Verarbeitungsmaschinen und Peripherie
Programm-Steuerungen werden beispielsweise an Spritzguss-, Extrusions- oder Förderanlagen eingesetzt, wenn mehrere Prozessschritte in definierter Reihenfolge ablaufen müssen. Sie koordinieren Materialzufuhr, Temperierkreise, Entnahmeeinheiten, Dosierfunktionen oder Prüfstationen und reagieren auf Sensorwerte aus dem Prozess. Auch in Prüfaufbauten sind sie relevant, etwa wenn Messzyklen gestartet, Haltezeiten eingehalten oder Grenzwertverletzungen protokolliert und weitergegeben werden sollen. Der Schwerpunkt liegt damit auf dem Ablauf und der Verknüpfung, nicht auf der eigentlichen Messung selbst.
Typische Ausprägungen von Programm-Steuerungen
Je nach Aufgabe reichen die Ausführungen von kompakten Steuerungen für einzelne Nebenaggregate bis zu modularen Systemen mit mehreren Ein- und Ausgangsgruppen. Üblich sind Lösungen mit digitalen Signalen für Schaltzustände sowie analogen Schnittstellen für Temperatur-, Druck-, Durchfluss- oder Feuchtewerte. In der Praxis werden Programm-Steuerungen oft mit Bedienpanels, Meldeeinheiten, Datenübergaben an Leitsysteme oder Schnittstellen zu Prüfgeräten kombiniert. Entscheidend ist, dass die Steuerung an den tatsächlichen Ablauf, die vorhandenen Sensoren und die geforderte Reaktionslogik angepasst wird.
Abgrenzung zu Messgeräten, Regelgeräten und Prüfanlagen
Im Unterschied zu Messgeräten wie Druckaufnehmern, Thermometern oder Durchflussmessgeräten erfassen Programm-Steuerungen Messwerte nicht primär selbst, sondern verarbeiten Signale aus solchen Komponenten. Gegenüber Regelgeräten liegt der Schwerpunkt nicht allein auf der kontinuierlichen Nachführung eines einzelnen Sollwerts, sondern auf der Logik mehrerer Zustände, Freigaben und Ablaufschritte. Von spezialisierten Prüfanlagen oder Einzelgeräten wie Leckprüfanlagen, Härteprüfgeräten oder Farbmesssystemen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie die Prüfsequenz steuern oder mit ihr gekoppelt werden, ohne die eigentliche Prüfmethodik zu ersetzen. Innerhalb der Hierarchie gehören sie deshalb zur Mess- und Prüftechnik, wenn sie Messdaten in automatisierte Prüf- oder Überwachungsabläufe einbinden.