Was diese Prüfgeräte bei Kunststoffen erfassen
Im Mittelpunkt steht die künstliche Alterung unter reproduzierbaren Bedingungen. Lichtechtheitsprüfgeräte setzen Proben einer definierten Lichtbelastung aus, um die Beständigkeit von Farben, Pigmenten und Oberflächen gegenüber photochemischer Veränderung zu bewerten. Wetterechtheitsprüfgeräte erweitern diese Prüfung um weitere Einflüsse wie Temperatur, Feuchte, Kondensation oder Wasserbeaufschlagung. Dadurch lässt sich beobachten, wie Kunststoffoberflächen und Werkstoffe auf kombinierte Beanspruchungen reagieren.
Typische Prüfaufgaben bei Formteilen, Folien und Kunststoffoberflächen
Eingesetzt werden diese Systeme bei Bauteilen und Halbzeugen, die im Innen- oder Aussenbereich Licht und Witterung ausgesetzt sind. Dazu zählen beispielsweise Gehäuse, Profile, Folien, Platten, Beschichtungen oder eingefärbte Spritzgussteile. Geprüft werden unter anderem Farbtonstabilität, Kreidung, Oberflächenabbau, Veränderungen der mechanischen Eigenschaften oder optische Unterschiede zwischen Materialchargen. Auch bei der Entwicklung von Rezepturen, Additivierungen und Farbmasterbatches werden solche Prüfungen genutzt.
Gerätearten und Prüfbedingungen
Je nach Prüfziel kommen unterschiedliche Gerätekonzepte zum Einsatz. Bei Lichtechtheitsprüfungen steht die Strahlungsbelastung im Vordergrund, während Wetterechtheitsprüfungen meist zyklische Programme mit Licht, Wärme und Feuchte kombinieren. In der Praxis werden unter anderem UV-Belastung, sichtbares Licht, Kondensationsphasen oder Wasserbeanspruchung simuliert. Relevant ist dabei weniger ein einzelner Messwert als die kontrollierte Prüfsequenz, nach der Proben über eine definierte Dauer verglichen und anschliessend bewertet werden.
Abgrenzung innerhalb der Messtechnik und Prüftechnik
Diese Geräte gehören zur Material- und Alterungsprüfung und nicht zur laufenden Prozessmessung. Im Unterschied zu Farbmesssystemen erzeugen sie die Belastung selbst und prüfen die Beständigkeit über die Zeit; die Farbauswertung kann anschliessend mit separater Messtechnik erfolgen. Gegenüber Härteprüfgeräten, Schichtdickenmessgeräten oder Thermometern steht hier nicht ein isolierter Einzelparameter im Vordergrund, sondern das Verhalten des Kunststoffs unter simulierten Umwelteinflüssen. Innerhalb der Hierarchie der Messtechnik und Prüftechnik sind sie damit auf Dauerbelastung und Alterungsbeständigkeit ausgerichtet.