Was Schichtdickenmessgeräte messen
Gemessen wird die Stärke einer einzelnen Schicht oder eines Schichtaufbaus bezogen auf ein Trägermaterial. Je nach Messaufgabe stehen Oberflächenschichten, Lacke, metallisierte Lagen, Schutzschichten oder mehrlagige Verbunde im Fokus. Relevant ist dabei nicht nur der absolute Messwert, sondern auch die Verteilung über Fläche, Bauteilgeometrie oder Produktionscharge.
Typische Anwendungen in der Kunststoffverarbeitung
Eingesetzt werden Schichtdickenmessgeräte bei beschichteten Kunststoffteilen, bei Folien- und Bahnware, bei laminierten Halbzeugen sowie bei funktionalen Mehrschichtsystemen. Typische Prüfaufgaben entstehen nach Beschichtungs-, Extrusions-, Kaschier- oder Veredelungsprozessen. Auch bei dekorativen Oberflächen, Sperrschichten oder aufgebrachten Schutzlagen wird die Schichtdicke gezielt kontrolliert.
Geräteausführungen und Messprinzipien
Die Ausführung richtet sich nach Materialkombination, Bauteilform, geforderter Messgenauigkeit und Prüfablauf. Unterschieden werden unter anderem mobile Geräte für Stichproben, Laborgeräte für reproduzierbare Prüfungen und integrierte Systeme für laufende Prozesse. Je nach Anwendung kommen berührende oder berührungslose Verfahren sowie zerstörende oder zerstörungsfreie Prüfmethoden in Frage.
Abgrenzung innerhalb der Messtechnik und Prüftechnik
Schichtdickenmessgeräte sind innerhalb der Messtechnik und Prüftechnik auf die quantitative Erfassung von Schichtstärken ausgerichtet. Sie unterscheiden sich von Farbmesssystemen, die Farbwerte bewerten, von Oberflächen-Inspektionsgeräten, die visuelle Fehler oder Strukturen erkennen, und von Härteprüfgeräten, die mechanische Eigenschaften prüfen. Gegenüber allgemeinen Materialprüfgeräten ist die Messaufgabe enger definiert und direkt auf den Schichtaufbau bezogen.