Was Dichtheitsprüfgeräte erfassen
Ein Dichtheitsprüfgerät bewertet, ob ein Prüfling ein Medium innerhalb definierter Grenzen zurückhält. Dazu wird der Prüfling in einen Prüfzustand versetzt, etwa durch Beaufschlagung mit Druck oder Vakuum, und über einen festgelegten Zeitraum überwacht. Gemessen werden je nach Verfahren unter anderem Druckänderungen, Differenzdruck, Volumenstrom oder eine aus dem Prüfverfahren abgeleitete Leckrate. Entscheidend sind dabei nicht nur der Messwert, sondern auch Randbedingungen wie Prüfdruck, Prüfdauer, Prüflingsvolumen und Temperaturstabilität.
Einsatz bei metallischen Bauteilen und Baugruppen
In der Metallbranche kommen Dichtheitsprüfgeräte bei Werkstücken zum Einsatz, deren Gehäuse, Hohlräume, Verbindungen oder Schweissnähte keine unzulässigen Undichtigkeiten aufweisen dürfen. Typische Prüflinge sind Ventile, Armaturen, Rohrleitungen, Behälter, Gehäuse, Kühl- und Fluidikkomponenten sowie montierte Baugruppen mit Dichtstellen. Die Prüfung kann in der Fertigung, in End-of-Line-Prüfständen, in der Wareneingangskontrolle oder bei der Qualitätssicherung nach Bearbeitungs- und Fügeprozessen stattfinden.
Verfahrensarten und Gerätekonzepte
Verbreitet sind Druckabfallprüfungen, Differenzdruckprüfungen, Durchflussprüfungen und Vakuumprüfungen. Für erhöhte Anforderungen an Nachweisgrenze oder Lokalisierung werden auch tracergasgestützte Systeme eingesetzt. Dichtheitsprüfgeräte sind als eigenständige Prüfgeräte, als Teil von Prüfstationen oder als integrierte Module in automatisierten Anlagen verfügbar. Welche Ausführung geeignet ist, hängt von Prüfling, Taktzeit, zulässiger Leckrate, Prüfmedium und dem gewünschten Automatisierungsgrad ab.
Abgrenzung zu anderen Mess- und Prüfsystemen
Innerhalb der Kategorie Messgeräte, Prüfgeräte, Messsysteme und Prüfsysteme sind Dichtheitsprüfgeräte auf die Beurteilung von Leckagen ausgelegt. Sie unterscheiden sich damit von Formprüfgeräten, Härteprüfgeräten oder Oberflächenprüfgeräten, die andere Werkstückeigenschaften erfassen. Gegenüber Druckreglern liegt der Fokus nicht auf dem Einstellen oder Stabilisieren eines Prozessdrucks, sondern auf dem messtechnischen Nachweis von Dichtheit. Im Gegensatz zu allgemeinen elektrischen Messgeräten sind Dichtheitsprüfgeräte an prüftechnische Abläufe mit Prüflingsanschluss, Prüfsequenz und Bewertung gekoppelt.